Apple Watches bei der Pressepräsentation

Trend hält an Corona-Boom bei Smartwatches und Sportuhren?

Stand: 24.04.2020, 12:00 Uhr

Neuerdings joggt die gefühlt halbe Welt oder fährt Fahrrad - Corona macht's möglich. Immer häufiger ist die Apple Watch dabei - hier ist der Konzern dem großen Konkurrenten Google weit voraus. Doch die Konkurrenz gibt nicht auf.

Wohl in kaum einem Bereich ist die Dominanz von Apple so groß wie im Bereich Smartwatches. Im vergangenen Jahr setzte der Konzern laut Branchenschätzungen fast 31 Millionen Apple Watches ab. Das ist deutlich mehr als der Gesamtabsatz aller Schweizer Uhren, der 2019 bei rund 21 Millionen Exemplaren gelegen haben soll. Nur beim Umsatz sollen die Schweizer zuletzt mit rund 20 Milliarden Euro noch die Nase vorn gehabt haben. Der iPhone-Hersteller aus Cupertino hat 2019 in der "Wearables"-Sparte zwar einen Umsatz von umgerechnet 24,7 Milliarden Euro erzielt. Zu diesem Geschäftsbereich gehören aber auch andere Produkte wie die populären AirPods-Ohrhörer und die HomePod-Lautsprecher.

Das Überraschende ist, dass Apple es geschafft hat, bei den Smartwatches die Verhältnisse im Vergleich zu den Smartphones umzukehren. Liegt der Anteil der Alphabet-Tochter Google bei den Telefonen bei mehr als 80 Prozent, kommt Apple bei den intelligenten Uhren immerhin auf rund 50 Prozent. Google hat es nicht geschafft, mit seinem Betriebssystem WearOS dem WatchOS von Apple Paroli zu bieten. Auch die Übernahme des Fitnessband-Pioniers Fitbit durch Google konnte an den Verhältnissen nichts ändern.


Die Gesundheitsfunktionen sind es

Natürlich verfügt die Apple Watch wie viele Konkurrenten über Funktionen wie Schrittzähler und Herzfrequenzsensor. Doch mit den eingebauten EKG-Sensoren und dem Sturz-Warner, die automatische Notrufe auslösen können, waren die Kalifornier zuerst auf dem Markt. Und die Funktionen werden ständig erweitert. Die für den Spätsommer erwartete sechste Generation der Apple Watch wird aller Voraussicht nach das "Sleep Tracking", die Schlafüberwachung bieten. Außerdem wird über eine Messung des Blutsauerstoffs spekuliert - natürlich perfekt synchronisiert mit dem iPhone, das quasi alle Nutzer der Apple Watch besitzen.

Die Innovationen der Konkurrenz halten sich dagegen in Grenzen. Seit neuestem bietet die Google Clock App auf Smartwatches die Möglichkeit, sich alle drei Stunden erinnern zu lassen, die Hände zu waschen. Die Smartwatch-App stellt zudem am Waschbecken einen 40-Sekunden-Timer zur Verfügung.

Das ist sicherlich sehr lobenswert, aber nach einem disruptiven neuen Feature hört sich das nicht an. Die Coronaviren werden die Funktion zwar nicht mögen, doch Apple dürfte seinen Siegeszug bei den Joggern und Fahrradfahrern fortsetzen.

ME