Ausblick 2018 Halbleiter

Halbleiter 2018 Chipmarkt bleibt im Trend

Stand: 03.01.2018, 09:22 Uhr

Die Digitalisierung der Gesellschaft sorgt in der Halbleiter-Branche auch 2018 für gute Laune. Die Nachfrage nach Schaltkreisen und Speicherchips hält auch im neuen Jahr an, wenn auch auf ein sehr gutes Jahr nur ein "gutes" folgen wird.

Die Durchdringung aller Lebensbereiche mit Halbleiter-Produkten schreitet auch 2018 voran. Daten werden von überall verschickt, ob von Auto, vom Smartphone, vom intelligenten Lautsprecher im Wohnzimmer oder dem über Internet verbundenden Heizungsthermostat. Das Marktforschungsunternehmen IDC geht davon aus, dass das weltweite Datenvolumen bis 2020 auf 44 Billionen Gigabyte ansteigt. Daten werden nicht nur verschickt, sondern müssen auch vorgehalten, gespeichert und in hoher Geschwindigkeit bereitgestellt werden können.

Auf Unternehmensebene werden einige Branchen etwa bei Medien, im Einzelhandel, Verlagswesen und in der Werbung massiv vom Digitalisierungstrend profitieren. Viele Unternehmen mit "klassischen" Produkten oder Dienstleistungen geraten unter massiven Anpassungsdruck.

Prozessoren, Sensoren, Speicher

Überall werden diese Daten mithilfe kleiner Halbleiter "bearbeitet", ob per Prozessor, Speicherchip oder optischem Sensor. 2017 hatte der globale Chipmarkt eines seiner besten Jahre. Die Marktforscher von Gartner rechnen mit einem Umsatzzuwachs von 20,6 Prozent. Nach weltweiten Erlösen von 339 Milliarden Dollar 2016 wird das vergangene Jahr mit 409 Milliarden Dollar Erlösen in der Branche abgeschlossen werden.

Für das neue Jahr gehen die Marktforscher von einem Zuwachs um sieben Prozent auf 437 Milliarden Dollar aus. Damit würde 2018 zwar deutlich schwächer ausfallen als das Boomjahr 2017, wäre in der Zeitreihe der vergangenen Jahre aber immer noch eines des besseren. 2016 etwa war der Halbleitermarkt nur um 1,1 Prozent gewachsen. Die Branche bewegt historisch stets in einem Auf- und Ab-Zyklus. Steigt die Nachfrage nach Halbleiter-Produkten, werden stets zunächst die Lager leergeräumt und danach die Produktions-Kapazitäten ausgeweitet. Dies wiederum führt in der Tendenz zu fallenden Preisen, die danach oft auf einen gestättigten Markt treffen, was die Preisspirale nach unten beschleunigt.

Cloud und IoT als Wachstumstreiber

Themen wie Digitalisierung in vielen Unternehmen, Robotik, die Aufrüstung von Autos mit Chips, aber auch das weiter wachsende Cloud Computing und die neue Wachstumsnische "Internet der Dinge" (Internet of Things, IoT) haben den üblichen Marktmechanismus abgeschwächt, trotz hoher Produktion in der Branche bleiben derzeit die Nachfrage hoch und die Preise stabil.

Das Wachstum zieht sich laut Gartner durch alle Bereiche Regionen der Erde. Mit einem Umsatzzuwachs von rund zehn Prozent haben die USA 2018 danach allerdings die Nase vorn, für die Region Asien-Pazifik werden Zuwächse von 6,6 Prozent und für Europa von 4,6 Prozent erwartet.

Auch nach Produktgruppen wächst die Chip-Branche überall. Beim üblicherweise sehr schwankungsanfälligen Speicherchip-Sektor wird nach 60 Prozent Wachstum 2017 erneut ein überdurchschnittlicher Zuwachs von 9,3 Prozent prognostiziert. Zweitstärkster Bereich ist der der Optoelektronik - hier werden zum Beispiel Iris-Scanner für Smartphones oder lichtsensible Sensoren für die Autoindustrie hergestellt.

ETFs oder Einzeltitel

Als Anleger kann man über einen Indexfonds sehr eng an der Halbleiterindustrie teilhaben. Ein ETF des Marktführers iShares (WKN 724776) bildet die US-Halbleiterbranche mit Marktführern wie Intel, Micron oder Applied Materials ab. Breiter investiert man in den gesamten Technologiesektor mit einem Indexfonds der Deutsche-Bank-Tochter xTrackers, bei dem Halbleiter- neben Internet- und Software-Aktien hoch gewichtet sind (WKN A113FM). Noch deutlich höhere Wertzuwächse, bei ebenfalls höheren Risiken, können Investoren freilich mit einem Direktinvestment in Chip-Titel erreichen (s. unsere Chartserie Halbleiter-Aktien für 2018).

AB

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Halbleiter-Aktien für 2018 Chartserie

<b>Samsung GDR</b><br />Vor allem das Chip-Geschäft hat dem weltgrößten Smartphone-Hersteller zuletzt ein Rekordergebnis beschert. Im dritten Quartal 2017 stieg der Überschuss im Jahresvergleich um 150 Prozent auf 11,2 Billionen Won (8,6 Milliarden Euro). Die Nachfrage von "Datenzentren und neuen Smartphones" haben das Geschäft angetrieben. Auch bei Speicherchips sieht Samsung weiter eine robuste Nachfrage.: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum 1 Jahr

Samsung GDR
Vor allem das Chip-Geschäft hat dem weltgrößten Smartphone-Hersteller zuletzt ein Rekordergebnis beschert. Im dritten Quartal 2017 stieg der Überschuss im Jahresvergleich um 150 Prozent auf 11,2 Billionen Won (8,6 Milliarden Euro). Die Nachfrage von "Datenzentren und neuen Smartphones" haben das Geschäft angetrieben. Auch bei Speicherchips sieht Samsung weiter eine robuste Nachfrage.