Elektroauto wird an einer Stromtankstelle aufgeladen

Gefahr für deutsche Hersteller? Chinas E-Auto-Förderung läuft aus

Stand: 12.12.2019, 10:32 Uhr

Alternative Antriebe stehen in China vor einem Umbruch: 2020 läuft die staatliche Förderung für sie vollständig aus. Das wird die Nachfrage von Elektrofahrzeugen bremsen - das könnte auch eine Gefahr für deutsche Hersteller darstellen.

Bereits im Frühjahr dieses Jahres ist die staatliche Förderung für alternative Antriebe in China um bis zu 80 Prozent zurückgefahren worden. Im kommenden Jahr soll sie dann komplett auslaufen. Es soll weiterhin Quoten für Autos mit alternativen Antrieben geben, allerdings soll nicht mehr nur auf E-Mobilität gesetzt werden.

Verkäufe sinken schon jetzt

Die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen ist daher schon jetzt deutlich gesunken. Um 33,1 Prozent brach der Absatz von E-Autos im September gegenüber dem Vorjahresmonat ein. Bei Hybriden sah es noch schlechter aus: Deren Verkäufe sanken um 38,4 Prozent, wie der Verband chinesischer Autohersteller CAAM bekanntgab. Besonders hart könnte die Kappung der Förderung die zahlreichen Start-up-Unternehmen treffen.

Auch deutsche Unternehmen könnten von der Entscheidung betroffen sein. Für den Volkswagen beispielsweise ist der Markt in China der wichtigste Einzelmarkt der Welt. Das Unternehmen wollte von der E-Auto-Politik dort profitieren. Erst kürzlich kündigten sowohl Volkswagen als auch BMW an, in China Produktionsstätten für Elektro- und Hybridautos zu bauen.

Ab 2025 CO2-Ausstoß von Autos relevant

Wie das Beratungsunternehmen JSC Automotive berichtet, soll der Flottenverbrauch in China ab 2025 nicht mehr anhand des Kraftstoffverbrauchs, sondern des CO2-Ausstoßes gemessen werden. Das gilt dann nicht nur für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren, sondern auch für reine Stromer und Hybrid-Autos. Da China einen großen Teil seines Strombedarfs durch Kohlekraftwerke deckt, würde die Bilanz von Elektrofahrzeugen nicht sonderlich gut ausfallen. Dies könnte ein Grund dafür sein, weshalb der chinesische Staat einen zu großen Anteil an Elektroautos vermeiden will.

China setzt nicht nur auf E-Mobilität

Wie aus dem Bericht von JSC hervorgeht, würden Methanol, Wasserstoff und E-Fuel-Fahrzeuge mit einem CO2-Ausstoß von Null veranschlagt. E-Fuels sind synthetisch hergestellte Kraftstoffe, die mittels Strom aus Wasser und Kohlendioxid (CO2) hergestellt werden. Auch wenn China 2021 die Subvention der Brennstoffzelle stoppen will, setzt die Regierung weiter auf die Antriebsart. Im Herbst dieses Jahres wurde das Ziel ausgerufen, bis 2030 eine Million Brennstoffzellenfahrzeuge auf den Straßen zu haben.

Deutschland will Power-to-X-Technologie voranbringen

Mitte November sprach sich Bundesumweltministerin Svenja Schulze für die Power-to-X-Technologie aus. Der begriff bezeichnet verschiedene Technologien, durch die vorübergehende Stromüberschüsse in eine nicht genauer definierte Energieform umgewandelt oder anderweitig genutzt werden können. Power-to-X-Technologien dienen beispielsweise zur Zwischenspeicherung von Strom aus erneuerbaren Energien.

"Power-to-X (wird) ganz sicher ein Baustein eines ganzen Maßnahmebündels zur Erreichung der Klimaschutzziele sein." Mit Power-to-X könnte auch Wasserstoff in Deutschland wieder mehr in Erwägung gezogen werden. Denn Wasserstoff kann Energie speichern, für Wärme sorgen und Energie für Brennstoffzellenautos bereitstellen. Bisher sind mit Wasserstoff betriebene Autos aber noch nicht effizient und günstig genug.

ms