Mercedes E-Klasse auf der Auto China 2016 in Peking

Neues Subventionsprogramm China schiebt Autonachfrage an

Stand: 29.01.2019, 11:50 Uhr

Gute Nachrichten für Autobauer und auch deren Aktien: Die chinesische Regierung bringt Vergünstigungen für den Kauf neuer Autos auf den Weg. Und kurbelt damit nicht zuletzt auch die Konjunktur im Land an.

Die Führung in China versucht, gegen die schwächeren Wachstumsaussichten zu steuern. Dass dabei der Automarkt gezielt stimuliert werden soll, zeigt die Bedeutung dieses Wirtschaftssektors. In einer Mitteilung auf ihrer Webseite gab Chinas oberste Planungsbehörde (NDRC) am Dienstag bekannt, die Einschränkungen für den Gebrauchtwagenmarkt lockern zu lassen und "angemessene" Subventionen für den Autoverkauf in den ländlichen Regionen und bei Vehikeln mit alternativem Antrieb bereitstellen zu wollen.

"Industrielle Transformation"

Konkrete Details sollen von den jeweiligen Regional- und Lokalregierungen festgelegt werden. Das Ziel der neuen Maßnahmen, so erklärte ein Vertreter der obersten Planungsbehörde auf einer Pressekonferenz, sei nicht "nur die Ankurbelung des Kaufs von großen Autos, sondern auch die Integration der industriellen Transformation und ein Upgrade des Verbrauchstandards".

Vor allem für VW, aber auch für Daimler und BMW eine potenziell gute Nachricht. Die Wolfsburger verkaufen inzwischen rund 40 Prozent ihrer Autos in China.

Schwächelnde Konjunktur...

Die Parteiführung in Peking hat die Zeichen der Zeit wohl erkannt. Vor einer Woche musste die Regierung einräumen, dass Chinas Wirtschaft so langsam wie seit fast drei Jahrzehnten nicht mehr wächst. Das Quartalswachstum fiel Ende 2018 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sogar auf nur noch 6,4 Prozent - ähnlich langsam wie zuletzt 2009 nach Ausbruch der globalen Finanzkrise.

... schrumpfender Automarkt

Wenige Tage später dann die Meldung, dass der Automarkt in China erstmals seit zwei Jahrzehnten 2018 eingebrochen ist. Der Branchenverband PCA musste einräumen, dass im vergangenen Jahr sechs Prozent weniger Autos verkauft wurden. Laut Angaben des chinesischen Automobilverbandes CAAM wurden insgesamt nur 28,1 Millionen Fahrzeuge verkauft – 2,8 Prozent weniger als im Vorjahr.

Die Aussichten für die Konjunktur im angelaufene Jahr sind damit ungünstig. Die Weltbank und Experten rechnen damit, dass das Wachstum unter 6,5 Prozent fallen wird. Wie stark die Marke unterschritten wird, hängt davon ab, ob der Handelskrieg mit den USA noch weiter eskaliert oder eine Einigung gefunden werden kann.

AB