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BMW sauer "Kronzeugen" Daimler und VW verärgern die Bayern

Stand: 25.10.2017, 11:44 Uhr

Dicke Luft bei Deutschlands Autobauern, und das ganz ohne Abgase: Im Kartellverdacht gegen die großen Drei haben Daimler und VW bereits Kronzeugenanträge eingereicht, um gegebenenfalls straffrei davonzukommen. Bei BMW sorgt das für große Verärgerung.

"Wir waren irritiert", sagte BMW-Einkaufsvorstand Markus Duesmann bereits am Wochenende. Im Rückblick sei es ein komisches Gefühl, "dass wir mit den Wettbewerbern über Zusammenarbeit redeten, während deren Juristen die Zusammenkünfte schon angezeigt hatten bei den Wettbewerbsbehörden".

Daimler wollte sich zu den Vorwürfen nicht äußern. Bei der EU-Kommission läuft derzeit noch eine Voruntersuchung zu den Vorgängen.

Razzia bei BMW

Mitarbeiter der Brüsseler Behörde hatten in der vergangenen Woche eine Razzia bei BMW durchgeführt. Nun wurden auch andere Autobauer in Deutschland wegen möglicher Kartellverstöße durchsucht. Der Volkswagen-Konzern in Wolfsburg und Daimler in Stuttgart bestätigten, dass es bei ihnen "angekündigte Nachprüfungen" gegeben habe.

BMW ST: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Daimler: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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56,32
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Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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+1,93%

Die Bayern sowie Daimler und VW samt den Töchtern Audi und Porsche sollen sich jahrelang in geheimen Zirkeln über ihre Autos, Kosten und Zulieferer ausgetauscht haben.

Kronzeuge kann auf Nachlass hoffen

Daimler hatte am Freitag den Kronzeugenantrag öffentlich gemacht. Die Schwaben sollen damit Volkswagen zuvorgekommen sein. Demnach haben die Niedersachsen ebenfalls einen Antrag eingereicht. Der Kronzeuge in Kartellverfahren darf in der Regel auf den größten Nachlass bei Strafzahlungen bis hin zur kompletten Verschonung hoffen.

mmr