China: Kunden sehen sich zum Verkauf angebotene VW-Fahrzeuge an.

Heftige Zuwächse im August Autokonzerne im Verkaufsrausch

Stand: 19.09.2018, 08:21 Uhr

Die Zahl der Pkw-Neuzulassungen ist in der EU im vergangenen Monat sprunghaft gestiegen. Die Branche steuert auf ein glänzendes Jahr 2018 zu. Bei deutschen Herstellern fallen die Verkaufserfolge allerdings stark unterschiedlich aus.

Ein Zuwachs um 31,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat ist für die europäischen Autohersteller ein Spitzenergebnis, das der Branchenverband ACEA am Mittwochmorgen bekanntgab. Der europäische Automarkt hat im August sein Wachstum sogar noch beschleunigt. Im Juli war die Zahl der Zulassungen in den EU-Ländern um 10,5 Prozent im Vergleich zugelegt.

Viele Käufe vor neuen Verbrauchstests

Markus Gürne
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Der teuer erkaufte Autoboom

Mehr als 1,1 Millionen Autos wurden dabei verkauft. In den ersten acht Monaten des Jahres summierten sich die Neuzulassungen auf 10,8 Millionen Fahrzeuge, ein Plus von 6,1 Prozent. Laut dem Branchenverband dürften "Vorzieheffekte" im August 2018 eine große Rolle bei der Verkaufssteigerung gespielt haben. Denn ab September ist ein neuer Test für den Kraftstoffverbrauch bei Pkw in der EU Pflicht. Dabei fallen die Verbrauche tendenziell höher aus - und damit wird eine deutlich höhere Kfz-Steuer fällig.

Unter den deutschen Konzernen war der Volkswagen-Konzern im August der klare Gewinner. Bei der Marke Volkswagen war der Anstieg dabei konzernintern mit einem Plus von 41 Prozent überdurchschnittlich stark und bei der Marke Porsche hat sich die Zahl der Zulassungen auf 3.682 Fahrzeuge gegenüber August 2017 sogar fast verdoppelt. Auch Seat-Verkäufe wurden mit 74,5 Prozent Zuwachs deutlich gesteigert. Die BMW Group legte dagegen mit einem Plus von konzernweit 6,5 Prozent nur vergleichsweise moderat zu, die Kernmarke BMW verkaufte sich sogar nur um fünf Prozent besser. Und bei Daimler ging die Zahl der Zulassungen sogar um 2,8 Prozent zurück.

Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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BMW ST: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Daimler: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Renault als Wachstumstreiber

Spitzenreiter in Sachen Verkaufszuwachs war der französische Renault-Konzern, der im August mit 88.766 Autos fast 58 Prozent mehr an den Kunden brachte als vor einem Jahr. Für den vom französischen Hersteller PSA übernommenen Autobauer Opel wies der Branchenverband zusammen mit Vauxhall ein Plus von 4,4 Prozent aus.

Regional zeigten sich die Käufer vor allem in osteuropäischen Ländern autoaffin. In Rumänien, Polen und Litauen waren die Zuwächse im August besonders hoch. In Frankreich war der Zuwachs mit 40 Prozent überdurchschnittlich, in Deutschland mit 24,5 Prozent unterdurchschnittlich. In Großbritannien steigerte sich der Absatz um 23,1 Prozent, in Italien um nur 9,5 Prozent.

Nach den Verkaufszahlen dürften am Mittwoch am ehesten VW-Aktien von der ACEA-Statistik profitieren. BMW- und Daimler-Aktien könnten von den schwachen Verkaufszahlen in der EU durchaus an der Börse ein wenig belastet werden.

AB