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Datenwolke für Unternehmen und Verbraucher Alle wollen in die Cloud

Stand: 06.12.2017, 14:04 Uhr

Die Anwendungen werden immer vielfältiger, die Möglichkeiter immer größer - an der Cloud kommt Ende 2017 niemand mehr vorbei. Die Cloud-Anbieter scheffeln Milliardengewinne und locken neben privaten Anwendern immer mehr Unternehmen an.

Die Wolke lebt. Heute lädt Google zum "Google Cloud Summit" nach München ein. Auf dem größten Treffen der Branche diskutieren fast 2.000 Experten über die digitale Transformation und neue Trends in der Cloud-Technologie.

In der Cloud spielt sich viel ab und es wird immer mehr: Wer ein simples Textdokument über seinen Internet-Browser bearbeitet und dabei die Dienste von Google-Docs nutzt oder seine Urlaubsfotos auf die Dropbox hochlädt, befindet sich bereits in der Cloud. Genauer gesagt nutzt er einen Bereich, der als "Software as a Service" (SaaS) bezeichnet wird.

Die Vorteile der Datenwolke liegen auf der Hand: Die gespeicherten Dateien sind stets online zugänglich, von überall aus besteht die Möglichkeit des Zugriffs auf sie. Das ist praktisch und in der Regel auch sicherer, denn auf den Servern der Cloud-Anbieter in riesigen Rechenzentren werden die Daten verschlüsselt. Eine kaputte Festplatte auf dem heimischen PC mit Datenverlusten gehört damit der Vergangenheit an.

Von der Anwendung zur Plattform

Wie den privaten Anwender zieht es auch immer mehr Unternehmen in die Datenwolke - mit all ihren Vorteilen: Der Dienstleister stellt eine Software zur Verfügung, die der Nutzer ohne Installation auf dem eigenen Rechner über einen Webbrowser verwenden kann. Der Nutzer muss sich deshalb nicht um Lizenzen oder Updates der Software kümmern. Die Programme im Bereich SaaS reichen von einfachen Tools zur Pflege von Internet-Auftritten der Unternehmen bis zur Abwicklung aller Unternehmensprozesse, vom Einkaufs- bis zum Personalmanagement.

Für Unternehmen ergeben sich dadurch vielfältige Vorteile. Sie sparen sich den Aufbau von IT-Infrastruktur, Kosten für den Datenverkehr und können die Entwicklung von ganzen Anwendungen inzwischen ebenfalls an den Cloud-Anbieter auslagern. Oder sie entwickeln solche Anwendungen gleich selbst auf den externen, angemieteten Servern des Dienstleisters. Die Bereitstellung ganzer Entwicklungsumgebungen wird als "Plattform as a Service" (PaaP) bezeichnet.

Die Wolke wird intelligent

Neuartige Anwendungen wie maschinelles Lernen und künstliche Intelligenz werden inzwischen vorgefertigt von den Tech-Giganten wie Amazon oder Microsoft in der Datenwolke angeboten. Firmen, die zum Beispiel Kundendaten auswerten oder "Chatbots" auf ihren Internet-Seiten anbinden wollen, können sie individuell konfigurieren und dann nutzen. Auch Sicherheits-Dienste werden inzwischen cloudbasiert angeboten. Die Sicherung von Firmendaten und der gesamter Kommunikation und des Datenverkehrs innerhalb und zwischen Unternehmen wird dabei ebenfalls ausgelagert.

Der Markt wächst...

2018 wird der Cloud-Markt nach Angaben des Marktforschungsunternehmens Forrester eine "magische Schwelle" überschreiten: Dann wird mehr als die Hälfte der Unternehmen weltweit mindestens eine Cloud-Plattform nutzen, um den digitalen Wandel voranzutreiben. Die Umsätze im Cloud-Markt liegen danach 2017 bei 146 Milliarden Dollar und sollen 2018 auf 178 Milliarden Dollar steigen. Die Analysten gehen von einer anhaltenden jährlichen Wachstumsrate von durchschnittlich 22 Prozent aus.

... und bildet ein Oligopol

Bedenklich erscheint inzwischen aber die Konzentration des Cloud-Geschäfts auf wenige gigantische Anbieter. Schon jetzt sichern sich Amazon mit seiner Sparte Amazon Web Services (AWS), Google und Microsoft 76 Prozent der weltweiten Umsätze mit so genannten Public-Cloud-Plattformen. Darunter werden Angebote eines frei zugänglichen Providers verstanden. Bis 2020 soll dieser Wert auf 80 Prozent steigen.

Ein ähnliches Bild ergibt sich im Software as a Service-Segment. In den Bereichen Verkaufsautomation und Kundenbetreuung dominieren die Anbieter Microsoft, Oracle und Salesforce mit einem Marktanteil von 70 Prozent. Die Forrester-Analysten warnen in beiden Marktsegmenten vor einer "oligopolistischen" Entwicklung. Nicht zuletzt machen die Forscher auf Abhängigkeiten aufmerksam, die durch die Bindung an einen Anbieter entstehen können. In der Cloud ist also nicht alles eitel Sonnenschein.

AB

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 Microsoft-Chef Satya Nadella während eines Vortrages über Cloud-Lösungen

Nr. 1 Microsoft
Mit einem geschätzten Jahresumsatz von 16,7 Milliarden Dollar im Cloud-Geschäft ist Microsoft der Platzhirsch. Dies ist laut "Forbes" auch der "außergewöhnlichen Vision und Führungsstärke" von Microsoft-Chef Satya Nadella geschuldet.