Eingang zur Mobile World Congress 2019 in Barcelona
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Mobile World Congress in Barcelona eröffnet 5G elektrisiert die Mobilfunkbranche

Stand: 25.02.2019, 14:44 Uhr

Die Begeisterung für Smartphones kühlt zunehmend ab. Der Markt schrumpft. Um das Wachstum wieder anzukurbeln, setzen die Hersteller auf faltbare Smartphones und 5G-Geräte. Auf der Mobilfunkmesse in Barcelona zeigt die Branche, wie die technologische Zukunft aussehen soll.

Eine Zahl und ein Buchstabe sind der große Hoffnungsträger der Smartphone-Hersteller: 5G. Die kommende Generation der Mobilfunk-Technologie soll einen neuen Nachfrageschub auslösen. Denn die Branche schrumpft. Die Verkaufszahlen sanken 2018 weltweit um 4,1 Prozent auf 1,4 Milliarden Geräte. Im vierten Quartal  stagnierte der Absatz.

Chinesen jagen Samsung und Apple Marktanteile ab

Die großen Verlierer waren Marktführer Samsung und iPhone-Hersteller Apple. Sie verkauften deutlich weniger Geräte. Davon profitierten die chinesischen Hersteller. Sie steigerten ihre Marktanteile.

5G könnte den Markt weiter durchrütteln. Hier sieht sich vor allem Huawei im Vorteil. Die Chinesen haben bereits mehrere 5G-fähige Geräte im Angebot. Zudem sind sie bei der Netzwerk-Technik führend. Allerdings stoßen sie wegen Sicherheitsbedenken auf heftigen Widerstand in mehreren Ländern. Politiker fürchten Industriespionage.

Kein Wunder, dass der superschnelle Datenfunk von morgen das große Thema auf der diesjährigen Mobile World Congress in Barcelona ist. Mehrere Hersteller zeigen ihre ersten 5G-Smartphones. "Es ist eine Revolution, die jetzt passiert", erklärte Analyst Mike Cainsfield von der IT-Marktforscher IDC in Barcelona. Mit der neuen 5G-Technik lässt sich ein Film auf dem Smartphone binnen weniger Sekunden herunterladen. Industriemaschinen und selbstfahrende Autos können von der Ferne aus gesteuert werden.

Der 5G-Kampf ist eröffnet

Mit seinem aufklappbaren Smartphone Mate X, das den neuen Mobilfunkstandard 5G unterstützt, sorgt Huawei in Barcelona für Aufsehen. Das "Falt-Handy" lässt sich zu einem in etwa quadratischen Tablet mit einer Bildschirmdiagonale von acht Zoll aufklappen. Mit dem Mate X will sich Huawei nicht nur in der Spitzengruppe des Smartphone-Markts weiter etablieren, sondern auch in Sachen 5G. Es dürfte das bisher teuerste Smartphone sein: Das Mate X wird in der günstigsten Ausstattung 2.299 Euro kosten.

Deutlich billiger ist das erste 5-G-Gerät des chinesischen Smartphone-Aufsteiger Xiaomi. Das "Mi Mix3 5G" kostet nur 599 Euro und soll im Mai auf den Markt kommen. Mit dem Billig-Smartphone will Xiaomi die Konkurrenz unter Druck setzen.

Die Falt-Handys kommen

Konkurrent Samsung kündigte vor wenigen Tagen ebenfalls eine 5G-Version seines Top-Modells 10S für den Sommer an. Ein Preis wurde aber bisher nicht bekannt. Die Koreaner zeigen in Barcelona lieber ihren neuen "Galaxy Fold", den sie bereits vor der Messe in einer Weltpremiere in Kalifornien enthüllt haben. Mit 1.750 Euro ist es über 500 Euro billiger als das Nate X von Huawei. Es soll bereits Ende April in die Läden kommen.

Die Auffalt-Smartphones sind der große Trend auf der Mobilfunk-Messe. "Ich glaube, wir befinden uns im Steinzeitalter des faltbaren Geräts", sagt Ben Wood, Analyst bei der Marktforschungsfirma CCS Insight. Laut seinen Prognosen wird das Falt-Handy aber wegen des hohen Preises vorerst ein Nischenprodukt bleiben. Die Berater von Strategy Analytics schätzen, dass im laufenden Jahr nur 1,2 Millionen Falt-Handys verkauft werden. Im Jahr 2023 solle diese Zahl auf 64,9 Millionen steigen - was immer noch nur 3,5 Prozent der erwarteten weltweiten Smartphone-Verkäufe wären.

Profitiert Nokia vom Huawei-Streit?

Neben den Herstellern stehen auch die Zulieferer im Rampenlicht auf der Mobilfunk-Messe in Barcelona. Der Netzwerkausrüster Nokia sieht sich mit Blick auf das neue Supernetz 5G gut aufgestellt. "Ich bin zuversichtlich, dass wir die richtige Strategie zur richtigen Zeit haben", sagte Konzernchef Rajeev Suri in Barcelona. 2019 werde ein aufregendes Jahr. "Wir erwarten, dass 2020 ein Jahr des Wachstums für den Markt und für Nokia sein wird."

Für die Finnen, die ihre goldenen Zeiten als Marktführer im Handy-Geschäft lange hinter sich gelassen haben, bietet 5G eine große Chance. Auch weil Sicherheitsaspekte zunehmend in den Vordergrund rücken. Die Sicherheit sei nicht verhandelbar und werde es erst Recht nicht in der Zukunft sein, betonte Suri. Der einstige Handy-Weltmarktführer könnte vom Streit um Huawei zum großen Profiteur beim 5G-Ausbau werden.

"Reden nicht über 6G"

Suri prognostizierte am Wochenende in Barcelona, dass 5G wachsen und wachsen werde und eine Weile Bestand habe: "Wir werden hier nicht im nächsten Jahr über 6G reden." Damit nahm er indirekt auch US-Präsident Donald Trump auf die Schippe, der jüngst Netzwerke des - nicht existierenden - 6G-Standards in den USA "so schnell wie möglich" gefordert hatte.

nb

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Die neuen Smart- und Faltphones Premieren aus Barcelona

Huawei Mate X

Huawei Mate x
Das schnellste faltbare Smartphone packt Huawei in Barcelona aus. Das Mate X lässt sich zu einem in etwa quadratischen Tablet mit einer Bildschirmdiagonale von acht Zoll aufklappen. Mit dem Mate X will sich Huawei nicht nur in der Spitzengruppe des Smartphone-Markts weiter etablieren, sondern auch in Sachen 5G. Es dürfte das bisher teuerste Smartphone sein. Es soll 2.299 Euro kosten.