American-Airlines Flugzeug 2016

"Strategische Bedeutung" 25 Milliarden Hilfe für die US-Airlines

Stand: 15.04.2020, 09:34 Uhr

Während in Europa die angeschlagenen Fluggesellschaften noch um Staatshilfen verhandeln, haben die USA ein milliardenschweres Rettungspaket für die heimischen Airlines auf den Weg gebracht. Es soll die Fortzahlung von Gehältern sicherstellen.

Das amerikanische Finanzministerium und zehn US-Fluggesellschaften, darunter die großen Vier - Delta, United, American Airlines und JetBlue - haben sich in der Nacht zu Mittwoch auf ein staatliches Hilfsprogramm im Volumen von 25 Milliarden Dollar geeinigt. Mit den Hilfen - einer Mischung aus Fördermitteln und Krediten - soll vor allem der Großteil der Gehälter der Beschäftigten weitergezahlt werden, um Entlassungen zu vermeiden. Das Programm werde "amerikanische Arbeiter unterstützen" und "die strategische Bedeutung der Flugindustrie bewahren", erklärte Finanzminister Steven Mnuchin.

Jetzt müssten noch einige Details ausgearbeitet werden, dann sollten die Mittel so schnell wie möglich ausgezahlt werden. Wie viel jedem einzelnen Unternehmen zusteht, hängt demnach von den Löhnen und Gehältern ab, die sie im zweiten und dritten Quartal 2019 gezahlt haben.

American und United bekommen am meisten

So können American und United Airlines mit je rund sechs Milliarden Dollar rechnen, Delta mit 5,6 Milliarden, Southwest mit etwa vier Milliarden sowie JetBlue und Alaska mit jeweils rund 1,2 Milliarden. Bei einer Annahme der Gelder verpflichten sich die Unternehmen, bis zum 30. September kein Personal zu entlassen.

US-Präsident Donald Trump erklärte im Weißen Haus, es gehe bei dem Hilfsprogramm darum, "die wichtige Rolle zu erhalten, die Airlines für unsere Wirtschaft spielen". Die Hilfen würden es den Fluggesellschaften ermöglichen, die nicht von ihnen verschuldete "schwierige Phase" zu überstehen, sagte Trump. Das Hilfsprogramm für die US-Airlines ist Teil des im März beschlossenen 2,2 Billionen Dollar schweren Konjunkturpakets.

95 Prozent weniger Passagiere

Das Geschäft vieler Airlines ist infolge der Coronavirus-Pandemie weitgehend zum Erliegen gekommen. Die Zahl der Passagiere ist wegen der Reisebeschränkungen um 95 Prozent eingebrochen. Delta Airlines gab jüngst bekannt, 60 Millionen Dollar täglich zu verlieren. Einem Industrieverband der Luftfahrtindustrie zufolge haben US-Airlines inzwischen rund 2.400 Flugzeuge stillgelegt.

Die Hoffnung auf die Hilfen der Washingtoner Regierung hatte am Dienstag den US-Airlines an der Wall Street deutlich Auftrieb gegeben. Aktien von American, Delta und United Airlines stiegen um bis zu sieben Prozent.

nb