Abwärtsbewegung beim Dax

Analyse von Visual Capitalist Wie läuft eine typische Korrektur ab?

Stand: 15.05.2019, 14:36 Uhr

Nach dem jüngsten Kursrücksetzer fragen sich schon wieder manche Anleger, ob jetzt eine echte Korrektur droht. Wie läuft eine solche Korrektur in der Regel ab und wie lange dauert sie im Schnitt?

Der kanadische Mediendienst Visual Capitalist hat zusammen mit Fisher Investments eine visuelle Anatomie einer Korrektur erstellt. Die Autoren definieren eine Korrektur als Kursverluste von zehn bis maximal 20 Prozent in einem kurzen Zeitraum. Solche Kursverwerfungen können immer wieder passieren – manchmal aus heiterem Himmel.

Acht Korrekturen im laufenden Bullenmarkt

Wie Visual Capitalist ermittelt hat, gab es im immer noch andauernden Bullenmarkt seit 2010 bereits acht Korrekturen.

Die letzte von ihnen fand im vierten Quartal statt, als der MSCI World Kursindex binnen drei Monaten bis Weihnachten um rund 18 Prozent absackte.

Im Schnitt dauern sie 72 Tage

In der Regel tritt pro Jahr eine Korrektur auf. Sie dauert im Schnitt fast 72 Tage. Statistisch gesehen sorgt sie für einen Kurseinbruch von 15,6 Prozent.

Nach Einschätzung von Visual Capitalist und Fisher Investments basieren Korrekturen meist auf psychologischen Faktoren und irrationalen Ängsten. Fundamentaldaten spielen meist nur eine untergeordnete Rolle.

Meist nur ein Durchatmen

Korrekturen führen oft zu höherer Volatilität, Unsicherheit und alarmierenden Medienberichten. Denn Investoren befürchten, dass sie einen Bärenmarkt einleiten, also Baisse-Phasen mit Kursverlusten von über 20 Prozent. Tatsächlich sind solche Befürchtungen oft unbegründet.

Zu einem echten Bärenmarkt, also Kursverlusten jenseits der 20 Prozent, führt eine Korrektur meist nicht. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Das zeigt die Betrachtung des US-Marktes von 1980 bis 2018. Von 36 Korrekturen mit Verlusten von zehn Prozent führten nur fünf zu einem Bärenmarkt, so die Untersuchung von Visual Capitalist. Die anderen 31 mündeten in einen Bullenmarkt. Also: Nur 14 Prozent der Korrekturen waren der Auftakt einer längeren Baisse.

nb