Hektisch hin und her laufende Menschen, darüber ein Zickzackbörsenkurs

Börsenpsychologie Bestehen in schwankenden Märkten

Stand: 15.02.2019, 16:32 Uhr

Wenn Dax & Co. scheinbar ziellos aber heftig schwanken, liegen Anlegernerven oft blank. Angst vor Verlusten ist psychologisch schwer in den Griff zu bekommen und sorgt gerade bei privaten Investoren für hektische und falsche Entscheidungen. Ein paar "Tricks" können helfen.

Der Kampf um die Marke von 11.000 Punkten ähnelt in diesen Wochen einem zermürbenden Stellungskrieg. An der Börse scheinen sich positive und negative Impulse in einer Dauerschleife abzuwechseln, mal gewinnt die eine, mal die andere Seite die Oberhand. Und immer wieder gibt es Tagesverluste, die so manchem Anleger die Schweißperlen auf die Stirn treiben. Die Angst vor dem "nächsten Crash" lässt die "Amateure" an der Börse allzu oft die Reißleine ziehen. Wer aber dem Markt den Rücken kehrt, verpasst die Renditechancen der Zukunft - und die gibt es garantiert.

Schwankungen ausgeliefert

Investorenlegende Charlie Munger, Partner und Alter Ego von Warren Buffett, hat einmal formuliert, man müsse als erfolgreicher Investor eine Art "Mutant" sein, der in der Lage ist zu kaufen und zu verkaufen, wenn der Markt gerade das Gegenteil davon zu suggerieren scheint. Selbst Profis sind aber oft den erratischen Schwankungen am Markt ausgeliefert, die wir derzeit in einer Dauerschleife beobachten.

Oft tappen auch die privaten Anleger dann in klassische "Fallen". Dazu gehört etwa das hektische Kaufen und Verkaufen in Seitwärtsphasen, die einmal einen neuen Aufwärts- und dann wieder einen Abwärtstrend vorzugaukeln scheinen. Meist entstehen hier kleinere, aber schmerzhafte Verluste, die sich im Laufe der Zeit läppern - auch weil Transaktionskosten und Spreads bei Trading an den Gewinnen zerren. "Hin und her macht die Taschen leer", lautet nicht umsonst eine alte Börsenweisheit (s. dazu auch unsere Serie zu Anlegerfehlern).

Erstmal den Anlagehorizont abchecken

Das mentale "Set-up" ist entscheidend, wenn man in unklaren Börsensituationen bestehen will. Da ist zunächst die Selbstvergewisserung der eigenen Ziele und Vorgaben bei der Anlage in Aktien. Wie steht es um meinen Anlagehorizont? Wer langfristig, also in Zeiträumen von fünf bis 20 Jahren investiert ist, braucht sich um Schwankungen im Bereich von einigen Tausend Dax-Punkten eigentlich kaum Sorgen zu machen. Das Rendite-Dreieck des Deutschen Aktieninstituts (DAI) kann dabei als Stütze für die Erkenntnis dienen: Bei langfristiger Aktienanlage ist ein Verlust extrem unwahrscheinlich. Und dem gegenüber stehen durchschnittliche jährliche Renditen von rund sechs Prozent.

Risiko gehört zum Aktienmarkt - wie Rendite

Neben dem Anlagehorizont ist die Risikobereitschaft der zweite wichtige psychologische Grundpfeiler in stürmischen Börsenzeiten. Wer ganz langfristig engagiert bleiben will, kann sogar Verluste von 30, 40 oder 50 Prozent wegstecken, wie sie historisch am Aktienmarkt durchaus vorkommen. Die Tech-Blase und die Folgen zur Jahrtausendwende oder auch die Hypotheken- und Finanzkrise haben die Nerven von Millionen Aktienanlegern in Deutschland arg strapaziert. Aktienmarktrückgänge, die auch dazu beigetragen haben, dass die Zahl der Aktienfans hierzulande weiterhin eher bescheiden ist - zu Unrecht.

Wer sein Depot aktiv durch die ruckelige Börsenlandschaft navigieren und sich nicht zurücklehnen und warten möchte, kann dies natürlich auch tun. Einige psychologische Tricks, aber auch handfeste Regeln zum "Depotmanagement in Schaukelbörsen" können dabei helfen.

AB

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Depotmanagement in Schaukelbörsen Überblick

Intervall für den Depotcheck
Langfristanleger haben es einfacher - eigentlich. Viele private Investoren können es trotzdem nicht lassen, und schauen beinahe täglich auf ihren Depotstand. Das bedeutet Stress. Leichter sind die oft sinnfreien Schwankungen an den Aktienmärkten und den Einzeltiteln zu ertragen, wenn man in klar definierten Abständen einen Check macht. Wie wäre es wöchentlich - oder sogar nur einmal im Monat?