Vier Finger mit aufgezeichneten Gesichtern in unterschiedlicher Stimmung

Wie Charaktereigenschaften unser Anlageverhalten beeinflussen Alles eine Frage der Persönlichkeit!

Stand: 25.01.2019, 15:59 Uhr

Value- oder Growth-Strategie? In große oder kleine Unternehmen investieren? Diese Fragen stellen sich viele Anleger. Bei der Zusammenstellung eines Portfolios kommt es besonders auf den eigenen Charakter an, meinen Forscher.

Was haben Temperament, Ordnung und Abhängigkeit mit dem Aktienmarkt und Anlageentscheidungen zu tun? Das fragten sich 2017 auch Forscher der finnischen Universität Oulu.

Das Ergebnis: Eine Menge. Die Präferenz bei der Auswahl zwischen der Value-Strategie mit Aktien von unterbewerteten "werthaltigen" Unternehmen und der Growth-Strategie mit Papieren von Firmen in einem zukünftigen Boom-Markt hängt nach Angaben der Experten wesentlich von den persönlichen Merkmalen des Anlegers ab. Auch die Frage, ob Anleger in große Konzern-Riesen oder kleine Firmen investieren sollten, liege am Charakter.

Die Schlussfolgerungen der beiden Forscher basieren auf einer Analyse von über 700 Einzelinvestoren. Dabei kombinierten Andrew Conlin und Jouko Miettunen Daten aus der Northern Finland Birth Cohort 1966 (NFBC) und Informationen zu den Portfolios der einzelnen Anleger vom finnischen Zentralverwahrer. Die NFBC-Umfrage enthält dagegen detaillierte Fragen zu Eigenschaften und persönlichen Besonderheiten.

Analyse anhand vier Eigenschaften

Diese wurden in vier Hauptmerkmale zusammengefasst: Starke Erregbarkeit und Extravaganz messen den Wunsch einer Person, neue Dinge zu suchen und auszugeben, statt zu sparen.

Impulsivität und Unordnung kennzeichnen die Bereitschaft, Entscheidungen auf der Grundlage von Intuitionen zu treffen und Dinge ohne Rücksicht auf Routine zu tun. Hohe Bindung und Abhängigkeit deuten auf eine Tendenz hin, warm und offen zu sein und spiegeln den Wunsch wider, in eine soziale Gruppe zu passen. Sentimentalität ist mit emotionalen Reizen verbunden.

Sentimentale Anleger fahren Value-Strategie

Anleger, die mehr zu Impulsivität und Unordnung neigen, halten nach Erkenntnis der Forscher vor allem wachstumsorientierte Aktien und Titel kleiner Unternehmen (Growth-Werte). Investoren, die in Bezug auf Sentimentalität und Abhängigkeit hohe Werte erzielten, vertrauten eher der Value-Strategie und setzten auf wertorientierte Aktien kleiner Unternehmen.

Explosive Erregbarkeit und Extravaganz seien dagegen mit Portfolios verbunden, die aus Aktien von Unternehmen mit hoher Marktkapitalisierung bestehen. Investoren mit diesen Merkmalen bevorzugten auch Wachstum über Wert. Für alle diese Merkmale ist die Beziehung umso größer, je höher die Punktzahl ist.

Überlegen Sie sich doch selber einmal, ob eine dieser Eigenschaften auf Sie zutrifft. Danach schauen Sie auf Ihr Depot. Vielleicht haben die Forscher ja auch bei Ihnen recht.

tb