Saisonalität zeigt abwärts Achtung, September!

Stand: 05.09.2018, 15:41 Uhr

Der letzte Sommermonat gilt allgemein als schwacher Börsenmonat. Statistisch gesehen, schlägt die "Saisonalität" hier regelmäßig nach unten aus. Kursverluste nerven Anleger im September mit schöner Regelmäßigkeit. Dafür gibt es eine Reihe von Gründen.

"Sell in may, but remember to come back in September", lautet eine leicht angestaubte Börsenweisheit (sehen Sie dazu unseren Hintergrund). Rein statistisch gesehen, muss man bei der Rückkehr an den Aktienmarkt keine große Eile haben. Denn der komplette September ist unter dem Gesichtspunkt der Saisonalität ein eher ungünstiger Monat. Wer investiert bleibt, braucht hier immer wieder gute Nerven, um nicht in die ein oder andere Abwärtswelle hinein zu verkaufen, wie unser saisonaler Dax-Chart zeigt.

Dax saisonal 30 Jahre, hervorgehoben: August, September

Dax saisonal 30 Jahre. | Bildquelle: seasonalcharts.com, Grafik: boerse.ARD.de

Nach dem Urlaub: Verkaufen

Statistik-Experten wie Dimitri Speck von "Seasonax" machen dafür vor allem zwei Faktoren verantwortlich. Einerseits sind viele private und auch größere Investoren im Sommermonat August im Urlaub und daher nicht als Marktteilnehmer aktiv. Das ändert sich dann im September, wenn viele Positionen aufgelöst werden, die nicht gut gelaufen sind und ohnehin aufgelöst werden sollten. Die Folge ist ein Überhang an Verkäufen, die logische Folge: Sinkende Kurse auf breiter Front.

Nicht nur die Rückkehr aus der Sommerfrische, sondern auch die Tatsache, dass bei vielen Fondsgesellschaften das Fiskaljahr im September endet, sorgt für Verkaufsdruck. Die Profis beginnen regelmäßig im September solche Aktien aus den Fonds zu verbannen, die schlecht performt haben. Die "Loser" des Jahres laufen ohnehin schlecht, weiterer Verkaufsdruck, der den Gesamtmarkt belasten kann, ist vorprogrammiert.

Angst schürt die Angst

Nicht zuletzt kann am sehr labilen Finanzmarkt allein die Angst vor sinkenden Kursen schon als "self-fullfilling prophecy" eineb Belastungsfaktor darstellen. Wer glaubt, dass es im September ohnehin bergab geht, wird kaum durch Nachkäufe den Markt stabilisieren wollen. Und: Kurzfristig orientierte Short-Spekulanten, die am Terminmarkt auf fallende Kurse setzen, fühlen sich in einem eher "bearishen" Umfeld besonders wohl.

Nicht jeder September ist freilich ein schlechter Börsenmonat. Für Kursanstiege scheint aber derzeit ein klarer Aufwärtsimpuls nötig zu sein, und der ist derzeit nicht in Sicht.

AB