Xetra-Gold Bestand 2009
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Zehn Jahre nach Einführung Xetra-Gold glänzt weiter

Stand: 29.11.2017, 11:06 Uhr

Gold, nicht für den Tresor, sondern fürs Depot. Mit dieser Idee traf die Deutsche Börse vor zehn Jahren den Nerv vieler Anleger. Die Bestände an Xetra-Gold steigen weiter an.

Das börsengehandelte "Commodity" war für Anleger in Deutschland ein Novum. Rohstoffe konnten Anleger zuvor nur in Form von herkömmlichen Zertifikaten auf den Goldpreis handeln. Den Profis vorbehalten waren die Futures auf den Goldpreis, die an Terminmärkten wie der Eurex, ebenfalls eine Tochter des Börsenbetreibers, gehandelt werden. Um das zu ändern, machten die Deutsche Börse Commodities GmbH und der Goldspezialist Umicore 2007 gemeinsame Sache.

Gold im Börsen-Tresor

Zwar ist auch Xetra-Gold rechtlich gesehen eine Schuldverschreibung wie auch andere Zertifikate. Der kleine, aber feine Unterscheid besteht aber im Anspruch des Käufers auf eine Lieferbarkeit des Underlyings, also des Goldes selbst. Diese "physische" Unterlegung sorgte im Lager der Goldfans für steigendes Kaufinteresse. Warum soll man sich über eine sichere Lagerung seiner Goldbestände im eigenen Tresor Gedanken machen, wenn es in den Tresoren der Deutschen Börse viel sicherer ist?

Dazu kommt, dass Xetra-Gold aus steuerlicher Sicht interessant für viele Anleger ist. Der Bundesfinanzhof (BFH) hat im Oktober 2015 bestätigt, was der Emittent seit dem Start des Produkts stets ins Feld geführt hat: Abgeltungssteuer müssen die Investoren beim Xetra-Gold auf ihre Gewinne nicht zahlen. Mit ihren Urteilen (Az: VIII R 4/15 und VIII R 35/14) stuften die Richter in oberster Instanz die Inhaberschuldverschreibungen als börsengehandelten Rohstoff ein. Damit ist Xetra-Gold in steuerlicher Hinsicht genauso wie Münzen und Barren aus physischem Gold zu behandeln. Wenn der Anleger sie länger als zwölf Monate gehalten hat, unterliegen beim Verkauf erzielte Erträge nicht der Abgeltungssteuer.

Die Lieferung in Anspruch nehmen allerdings die wenigsten Anleger. Bislang kam es zu insgesamt 965 Auslieferungen mit einem Gesamtgewicht von 4,8 Tonnen. Der Erfolg von Xetra-Gold wurde durch die rechtliche Stellung in den Jahren 2016 und 2017 noch einmal deutlich beschleunigt. Anfang 2016 lagerten als Absicherung in den Tresoren der Deutschen Börse knapp 60 Tonnen des Edelmetalls, Mitte 2017 waren es mit 167 Tonnen fast drei Mal so viel.

Xetra-Gold 10 Jahre

Feierakt auf dem Börsenparkett mit Steffen Orben, Geschäftsführer Deutsche Börse Commodities, Martina Gruber, Verwaltungsratsvorsitzende Deutsche Börse Commodities. | Bildquelle: Deutsche Börse

Nachahmer auf dem Markt

Eine Erfolgsgeschichte wie Xetra-Gold hat inzwischen freilich Nachahmer gefunden. Viele Zertifikate-Emittenten werben inzwischen mit einer "physischen" Unterlegung ihrer Produkte. Anleger müssen allerdings im Einzelfall überprüfen, ob damit tatsächlich ein Lieferungsanspruch, auch bei kleinsten Mengen, verbunden ist. Das gilt zumindest für "Euwax Gold", ein Produkt der Stuttgarter Börse, das es in zwei Varianten gibt. In der ersten Version können Mengen ab 100 Gramm-Stückelungen geliefert werden, bei Euwax Gold II sogar in Portionen ab einem Gramm.

AB

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In Gold anlegen - aber richtig Barren oder Zertifikate

Goldener Topf voller Geldstücke

Physisches Gold
Die klassische und älteste Methode für Goldinvestments ist das physische Gold. Hier bieten sich einerseits Barren als auch Münzen an. Für Anleger in physischem Gold ist der Goldpreis in Euro maßgeblich. Für das Anlageergebnis spielt also der Euro-Dollar-Kurs eine große Rolle: Ist der Euro schwach, gewinnt der Anleger verglichen mit der international betrachteten Goldnotierung in Dollar etwas dazu - und umgekehrt.