Kupfermine im Tagebau in Santa Rita, New-Mexico, USA

Börsenwissen Was sind ETCs?

Stand: 15.04.2016, 14:14 Uhr

Wer in Rohstoffe investieren möchte, kann so genannte ETCs kaufen. ETC steht für "Exchange Traded Commodities". ETCs sind Wertpapiere, die an der Börse gehandelt werden.

Rechtlich sind ETCs Schuldverschreibungen ohne Laufzeitbegrenzung und damit eine Sonderform der Zertifikate, mit denen man in Rohstoffe (engl. Commodities) investieren kann. Sie können ganz "normal" an verschiedenen deutschen Börsenplätzen gekauft und verkauft werden.

Im Vergleich zu normalen Zertifikaten bieten ETCs mehr Sicherheit. Denn die Terminkontrakte, die für ETCs gekauft werden, verbriefen einen Lieferanspruch für den entsprechenden Rohstoff. Damit sind die ETCs indirekt "physisch" mit dem entsprechenden Rohstoff unterlegt.

Bei der Investition in ETCs ist einiges zu beachten. Denn die ETCs können die Preisentwicklung der zugrunde liegenden Rohstoffe mittel- und langfristig häufig nicht eins zu eins abbilden.

Contango vs. Backwardation

Der Grund ist die Preisermittlung: Rohstoffe werden an Warenterminbörsen gehandelt. Die Future-Kontrakte, mit denen die Börsenprofis dort agieren, sind gleichsam eine Spekulation auf einen "Lieferpreis" in der näheren oder ferneren Zukunft. Diese Terminkontrakte sind mit monatlich gestaffelten Laufzeiten versehen. Will ein Investor nun länger in einem Rohstoff investiert bleiben, dann heißt es "rollen". Der auslaufende Kontrakt wird verkauft, ein länger laufender gekauft. Dabei entstehen einerseits Transaktionskosten, andererseits kann es zu "Rollverlusten" kommen, nämlich dann, wenn die Kontrakte mit der längeren Laufzeit mit einem höheren Preis gehandelt werden. Dieser "Contango"-Effekt bildet die Erwartung der Marktteilnehmer auf künftig steigende Preise ab.

Umgekehrt kann das Rollen von Kontrakten aber auch Gewinne bringen. Nämlich dann, wenn die Kontrakte mit der längeren Laufzeit mit einem niedrigeren Preis gehandelt werden. In diesem Fall spricht man von "Backwardation".

Darüber hinaus ist auch der Währungseinfluss zu beachten. Denn die meisten Rohstoffe werden in US-Dollar gehandelt. Es besteht daher für Anleger aus dem Euroraum ein durchaus beachtenswertes Währungsrisiko.

ME/AB