Erdölraffinerie bei Sonnenuntergang

Langfrist-Prognose der IEA USA stechen Russland und die Saudis aus

Stand: 13.11.2019, 13:06 Uhr

Die Internationale Energieagentur IEA schaut mit ihrem jährlichen Ausblick weit in die Zukunft. Vordergründig geht es um den Klimawandel. Aber auch für den Ölmarkt lassen sich interessante Schlüsse ziehen.

Für ihrem jährlichen "World Energy Outlook" hat die Internationale Energieagentur (IEA) drei Szenarien entwickelt. Diese stellen dar, wie sich der weltweite Energieverbrauch entwickelt, wenn bestimmten Voraussetzungen erfüllt sind.

Drei Szenarien

Das "Current Policies Scenario" entspricht einem "Weiter so"-Szenario. In diesem Fall würde der weltweite Energieverbrauch bis zum Jahr 2040 um durchschnittlich 1,3 Prozent wachsen. Entsprechend würde auch der CO2-Verbrauch weiter stark zulegen - mit entsprechend negativen Folgen für das weltweite Klima.

Das "Stated Policies Scenario" ist schon etwas optimistischer angelegt. Hier fließen nicht nur die bestehenden Maßnahmen, sondern auch die deutlich weitergehende politischen Ziele ein. Hier würde der jährliche Energieverbrauch bis 2040 um durchschnittlich ein Prozent wachsen. Mehr als die Hälfte des Verbrauchsanstiegs würde durch regenerative Energien gedeckt werden, ein Drittel mit nicht ganz so klimaschädlichem Erdgas. Dennoch würde der CO2-Ausstoß mindestens bis 2040 weiter steigen.

Um aber den Anstieg der Durchschnittstemperatur gemäß des Pariser Klimaabkommens auf maximal zwei Grad zu begrenzen, bedarf es des dritten Szenarios - des "Sustainable Development Scenario". Hier würde der Ölverbrauch bis 2040 sogar dramatisch sinken.

Verlierer Opec

Öl (Brent): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum 1 Jahr
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Nur beim "Weiter so"-Szenario ist laut IEA mit einem starken Anstieg des Ölverbrauchs zu rechnen. Für den Ölmarkt dürfte laut der IEA die Schieferölproduktion ganz entscheidend sein. Die Marktforscher rechnen damit, dass die USA bis zum Jahr 2025 mehr Öl und Erdgas als Russland produzieren. Damit würden die USA die neue Nummer eins auf dem Weltmarkt sein - vor Russland und Saudi-Arabien.

Öl (WTI): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum 1 Jahr
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Dem Ölkartell Opec dürfte es in Zukunft selbst bei einem weiter steigenden Ölverbrauch immer schwerer fallen, die Hoheit über den Ölmarkt zu behalten. Kein Wunder, sinkt doch sein Anteil am der weltweiten Ölproduktion immer weiter.

Und die USA haben in der Vergangenheit gezeigt, dass sie ihre Energieproduktion immer weiter steigern können - sofern die Ölpreise über ihren Förderkosten liegen.

Ein nachhaltig steigender Ölpreis ist nicht in Sicht. Kein Wunder, dass Saudi-Arabien die Tochter Aramco an die Börse bringen will.

ME