Ein Auto wird betankt. Nahaufnahme von Tankstutzen und Zapfhahn.

Neues Vierjahres-Hoch Trump kann Ölpreis-Anstieg nicht stoppen

Stand: 01.10.2018, 09:23 Uhr

Seit Wochen macht US-Präsident Trump Druck auf die Opec, ihre Produktion auszuweiten, um den Ölpreis zu senken. Am Wochenende telefonierte er gar mit Saudi-Arabiens König Salman. Es hilft nichts. Der Ölpreis steigt und steigt - zum Leidwesen der Autofahrer.

Am Montag kletterte das "schwarze Gold" auf ein neues Vier-Jahres-Hoch von 83,20 Dollar. Das sind 47 Cents mehr als am Freitag. Auch US-Rohöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) verteuerte sich um 27 Cent auf 73,52 Dollar. Auf Einjahres-Sicht haben die Ölpreise fast 50 Prozent zugelegt.

Benzin Super E10-Zapfhahn

Super E10. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Das spüren die Autofahrer an der Zapfsäule. Ein Liter kostet im Schnitt über 1,34 Euro in Deutschland. Super E 10 hat sich auf fast 1,50 Euro verteuert. An manchen Tankstellen ist die magische Schwelle schon überschritten.

Ausfälle wegen Iran-Sanktionen

Hauptgrund für den Preisanstieg sind die US-Sanktionen gegen das wichtige Exportland Iran. Die Sanktionen treten zwar erst Anfang November in Kraft, die iranischen Erdöllieferungen sind aber schon seit längerem rückläufig. Laut Rohstoffexperte Daniel Jaeggi von Mercuria werden dem Weltmarkt dadurch zwei Millionen Barrel pro Tag entzogen. Diesen Ausfall können andere Förderländer nicht kompensieren.

Öl (Brent): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
Kurs
64,71
Differenz relativ
-0,83%
Öl (WTI): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
Kurs
57,55
Differenz relativ
-0,05%

Hinzu kommt, dass Venezuela wegen der Turbulenzen im Land immer weniger Öl liefern kann. Der staatliche Ölkonzern hat kaum noch Geld, um seine Arbeiter zu bezahlen. Folglich sank die Ölproduktion um gut die Hälfte auf 1,3 Millionen Barrel pro Tag.

Trump erhöht Druck auf Saudi-Arabien

Der hohe Ölpreis verärgert US-Präsident Donald Trump. Er hat mehrmals über Twitter gefordert, die Opec-Staaten sollten Maßnahmen einleiten, um den Ölpreis zu senken. Vor der UN-Vollversammlung warf Trump in der vergangenen Woche den Opec-Ländern vor, den Rest der Welt abzuzocken.

Am Samstag griff der amerikanische Präsident gar zum Telefonhörer und sprach mit Saudi-Arabiens König Salman. Der staatlichen saudi-arabischen Nachrichtenagentur SPA zufolge sprachen die beiden über Bemühungen, die Ölversorgung aufrechtzuerhalten, um die Stabilität des Markts zu unterstützen. Möglicherweise wird Saudi-Arabien seine Produktion ausbauen, um den Ausfall der Fördermengen teilweise auszugleichen.

Ölpreis bald bei 100 Dollar?

Sollte das nicht passieren, könnte der Ölpreis Richtung 100 Dollar steigen. Mercuria-Chef Jaeggi hält einen dreistelligen Preis noch in diesem Jahr für möglich. Auch die JPMorgan-Analysten rechnen mit einem weiteren Anstieg auf über 90 Dollar.

nb