Soja-Bohnen

Hilfspaket und Handelsdeal Trump düngt die Soja-Preise

von Von Marcus Pfeiffer

Stand: 26.07.2018, 11:49 Uhr

Trumps Handelskrieg hat den Soja-Preis auf ein 10-Jahres-Tief gedrückt und die Bauern in die Enge getrieben. Ein 12-Milliarden-Hilfspaket und der neue EU-USA-Handelsdeal lassen den Preis wieder steigen. Die Frage ist, wie lange.

Michael Petefish auf seiner Sojafarm in Minneapolis, MN, USA

Die Soja-Farmer fühlen sich im Stich gelassen. | Bildquelle: picture alliance/ZUMA Press

Sie gehören zu Trumps wichtigsten Wählern. Und ihnen ging es in den vergangenen Wochen noch schlechter als ohnehin schon. Die 300.000 US-amerikanischen Sojabauern sind die Leidtragenden von Trumps Schutzzoll-Politik. Für sie und damit auch ein bisschen für sich selbst hat der US-Präsident gleich zwei Mal den Sojapreis entscheidend nach oben beeinflusst.

Sojabohne ist zweitwichtigstes US-Agraprodukt

Die Sojabohne ist das zweitwichtigste Agrarprodukt der USA und das größte Exportgut nach China. Vor fünf Jahren lagen die Einnahmen der Bauern noch bei 120 Milliarden Dollar. Seitdem halbierten sie sich und die Trump-affinen Sojafarmer stehen unter immer größerem finanziellen Druck. Kein Wunder, dass die Chinesen nach der Ankündigung von Trumps Schutzöllen genau auf diesen Schwachpunkt zielten und die Einfuhr von Sojabohnen mit 25 Prozent Extra-Kosten belegt haben.

Soja-Chart, 1. Januar bis 26. Juli 2018

Soja. | Bildquelle: boerse.ARD.de

Trumps Politik hatte Folgen auf dem Markt für Sojabohnen: Seit Mai fiel der Preis auf ein Zehnjahrestief. Zeitweise kostete der in Chicago gehandelte Terminkontrakt für Sojabohnen nur noch 8,2625 Dollar je Scheffel. Günstige Wetterbedingungen und Spekulationen auf eine reiche Ernte belasteten den Kurs zusätzlich.

Hilfspaket soll Farmer beschwichtigen

Sojaernte USA

Auch gute Sojaernten helfen den Farmern nicht. | Bildquelle: picture alliance / newscom

Die Farmer fühlten sich im Stich gelassen. Erste Familien verließen ihre Höfe. Die Bauern könnten nicht mehr profitabel arbeiten, hieß es vom Verband der Sojabauer in den USA. Zwar versuchte der US-Präsident per Twitter zu beschwichtigen und machte die Handelspoilitik der Vorgängerregierungen für den Preisverfall beim Soja verantwortlich. Doch all das konnte die Bauern und damit Trumps Wähler nicht zufriedenstellen.

Weil der US-Präsident seine Wiederwahl nicht gefährden will, hat er am 24. Juli ein großes Nothilfepaket für die Soja-Bauern geschnürt. 12 Milliarden US-Dollar soll es für die Bauern geben als direkte Unterstützung, so das US-Landwirtschaftsministerium. Zudem wolle der Staat notfalls auch Soja aufkaufen. Eine Ankündigung mit Wirkung: Der Preis ging direkt um 0,94 Prozent nach oben.

Handelsdeal mit der EU lässt Preis steigen

Jean-Claude Juncker und Donald Trump

Jean-Claude Juncker und Donald Trump haben einen "Deal" gemacht.

Auch der der nun von Trump und Juncker ausgehandlte USA-EU-Handelsdeal treibt den Soja-Preis nach oben, um um 2 Prozent auf 8,80 US-Dollar je Scheffel. Grund dafür ist nicht die Vereinbarung über den Abbau von Zöllen. Sondern eine andere wichtige Nebenabrede: Die EU werde "eine Menge an Sojabohnen kaufen und ein großer Abnehmer von Flüssiggas sein", so Trump nach dem Treffen mit EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker.

ARD-Börsenstudio: Jan Plate
Audio

Börse 10.00 Uhr Allianz Chefvolkswirt zu Trump Juncker Deal mit US Sojabohnen und Flüssiggas

Doch ist das realisierbar? Das Analystenteam der Commerzbank merkte jetzt an, dass stärkeren Soja-Einfuhren in der EU rechtliche Beschränkungen für modifizierte Pflanzen entgegenstünden. Für den Chefvolkswirt der Allianz Michael Heise ist klar, dass die dann importierten Sojabohnen nicht in der EU bleiben werden.

"Vermutlich geht dann vieles wieder auf den Weltmarkt. Möglicherweise hat man da auch Preiseinbußen hinzunehmen. Das wird über die Märkte verteilt werden", so Heise gegenüber dem ARD-Börsenstudio. Es bleibt also abzuwarten, wie erfolgreich Trump den Soja-Preis tatsächlich wieder auf die Beine geholfen hat.