Silberbarren

Nach langer Durststrecke Silber vor Richtungsentscheid

Stand: 08.06.2018, 16:51 Uhr

Wer in Silber investiert ist, hat schon lange nicht mehr viel zu lachen gehabt. Der große Boom ist lange vorbei, ebenso wie das Zwischenhoch aus dem Jahr 2016. Jetzt könnte sich ein Blick auf das Edel- und Industriemetall aber wieder lohnen.

Fundamental und technisch sollte das graue Metall nämlich wieder Rückenwind bekommen, geht es nach Analyst Fawad Razaqzada von forex.com. Zum einen durch seine Eigenschaft als Industriemetall, was bedeutet, dass es von einem weiter an Schwung gewinnenden globalen Wirtschaftsaufschwung profitiert.

Zugleich gilt Silber aber auch als Edelmetall, was bedeutet, dass es in Krisenzeiten immer auch ein Stück "sicherer Hafen" ist. Das in Dollar gehandelte Silber ist zudem von den Schwankungen der Weltleitwährung nicht so stark betroffen wie dessen großer Bruder, das Gold.

Die Zwillingseigenschaft des Silbers führt auch dazu, dass das Metall darüber hinaus nur schwache Korrelationen zum Aktienmarkt aufweist. Was auch für das Gold gilt, obwohl hier die Verbindung etwas enger ist. Es sichert sich sich mit diesen Eigenschaften praktisch selbst ab.

Am Scheideweg

Beim Blick auf den Chart braucht der Anleger zunächst einmal viel Fantasie, um Potenzial zu erkennen. Schon seit mehr als einem Jahr bewegt sich das Metall seitwärts. Auf dem aktuellen Niveau ist der Kurs dabei in ein Dreieck gelaufen. Dessen obere Begrenzung sind die Höchstkurse 2017 bei über 18 Dollar, die nicht gehalten werden konnten. Gleichzeitig bewegt sich das Metall beim momentanen Kurs von 16,76 Dollar in der Nähe des auf Monatsbasis basierenden langfristigen Aufwärtstrends, der schon seit dem Jahr 2003 Bestand hat.

Das damit entstandene Dreieck lässt laut Lehrbuch einen heftigen Ausbruch erwarten. Diesen Ausbruch sieht Razaqzada nach oben gerichtet. Anders ausgedrückt, Silber steht am Scheideweg.

Bei einem Ausbruch nach oben könnte das Kursniveau von 2016 mit dem Zwischenhoch etwas über 20 Dollar erreicht werden. Umgekehrt gilt ein Unterschreiten des langfristigen Aufwärtstrends unter 16 Dollar als weiteres Alarmzeichen. Auf dem Weg nach unten sollte der Investor dabei die Marken von 16,50 beziehungsweise 16,20 Dollar im Auge behalten.

rm