Ausblick 2019 Gold

Die Rückkehr des sicheren Hafens Schlägt 2019 die große Stunde für Gold?

Stand: 17.12.2018, 14:46 Uhr

Wenn die Fed das Tempo ihrer Zinsschritte 2019 tatsächlich drosselt, dürfte das den Dollar merklich schwächen. Davon dürfte wiederum Gold maßgeblich profitieren. Doch einer wichtigen Zutat bedarf es vielleicht noch, damit der Goldpreis weiter steigen kann: Inflation.

Denn wenn die Inflation steigt, fällt auch der Realzins. Der wiederum ist nach Ansicht vieler Experten mit dem Goldpreis negativ korreliert. Denn Gold gilt traditionell als Inflationsschutz – jedenfalls wenn der Goldpreis im gleichen Tempo wie das aktuelle Preisniveau steigt, wie die Experten von Flossbach von Storch schreiben.  

Einen Schub könnte der Goldpreis jedenfalls durchaus gebrauchen. Im nun beinahe abgelaufenen Jahr 2018 hat der Goldpreis in Dollar gerechnet seit Jahresbeginn über drei Prozent nachgegeben. In den vergangenen drei Monaten hat die Notierung allerdings mehr als sechs Prozent zugelegt. Einige Fachleute sind der Ansicht, dass sich die positive Stimmung fortsetzen könnte. Ein erfolgreicheres Jahr 2019 ist zumindest nicht ausgeschlossen.

Der Fed-Faktor

Ein Faktor ist die politische Unsicherheit, die den Märkten nun schon seit längerem Sorge bereitet. Sollte beispielsweise der US-Zollstreit mit China und der EU weiter eskalieren, und die Märkte noch volatiler werden, könnte Gold als „sicherer Hafen“ eine Rolle spielen. Der Handelskrieg zwischen den USA und China sei für den Markt eine Sorgen-Quelle und daher auch potenziell eine Unterstützung für den Goldpreis, schreiben die Analysten von Macquarie. Aber derzeit interessierten sich die Anleger mehr für die US-Konjunktur und die Zinspolitik der Fed.     

Vier Goldbarren
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Wie partizipiert man am Goldpreis?

Auch nach Ansicht der Commerzbank-Experten werde der Goldpreis im nächsten  Jahr wesentlich von der Fed bestimmt. Denn wenn tatsächlich das Ende des Zinserhöhungszyklus näher rückt, dürfte das den Dollar belasten. Da Gold in Dollar gehandelt wird, könnte das wiederum positive Auswirkungen auf die globale Nachfrage haben.

Auch die EZB ist zu beachten

Die Experten der Helaba meinen dagegen, dass weitere US-Zinserhöhungen und die geldpolitische Wende der EZB dämpfen dürften. „Vor allem aber sprechen die im Jahresverlauf 2019 wieder verbesserten Ertragschancen sogenannter Risikopapiere, wie Aktien und Unternehmensanleihen, gegen einen massiven Anstieg der Goldnotierungen.“

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Die klassische und älteste Methode für Goldinvestments ist das physische Gold. Hier bieten sich einerseits Barren als auch Münzen an. Für Anleger in physischem Gold ist der Goldpreis in Euro maßgeblich. Für das Anlageergebnis spielt also der Euro-Dollar-Kurs eine große Rolle: Ist der Euro schwach, gewinnt der Anleger verglichen mit der international betrachteten Goldnotierung in Dollar etwas dazu - und umgekehrt.