Zwei Erdölpumpen in der Dämmerung
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Opec-Treffen Russen und Saudis wollen Ölhahn aufdrehen

Stand: 17.06.2018, 16:10 Uhr

Gespannt blicken Anleger auf das Opec-Treffen ab Freitag in Wien. Dort könnten die Mitgliedstaaten des Kartells gemeinsam mit anderen wichtigen Produktionsländern erstmals seit Anfang 2017 die Fördermenge wieder anheben.

Die Opec und die nicht zu dem Erdöl-Förderkartell gehörenden Länder denken laut dem russischen Energieminister Alexander Nowak über eine Erhöhung der Ölförderung für das dritte Quartal nach. Eine Anhebung der Fördermenge in dem Dreimonatszeitraum um 1,5 Millionen Barrel pro Tag sei möglich, zitierte die Nachrichtenagentur Tass am Samstag Nowak. Danach müsse die Situation auf dem Ölmarkt neu bewertet werden.

Saudi-Arabien als mächtigstes Mitglied tritt für eine Lockerung der Fördergrenze ein, ebenso das Nicht-Opec-Land Russland. Die Opec-Staaten Irak, Iran und Venezuela sprechen sich dagegen für eine Beibehaltung der Förderbeschränkung aus.

Entscheidung Ende der Woche

Opec-Gebäude in Wien

Opec-Gebäude in Wien. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Eine Entscheidung über die Erhöhung der Öl-Fördermenge soll beim nächsten Treffen der Opec-Mitglieder und der Nicht-Mitglieder wie Russland am 22. und 23. Juni in Wien fallen. Unter Fachleuten wird das neue Gesprächsformat mittlerweile als "Opec+" bezeichnet.

Es wäre das erste Mal seit Anfang 2017, dass wieder mehr Öl gefördert wird. Die Opec und die nicht zu dem Erdöl-Förderkartell gehörenden Länder hatten sich im Dezember 2016 auf eine gemeinsame Produktionskürzung geeinigt. Nach den Vereinbarungen wurde das Ölangebot insgesamt um etwa 1,8 Millionen Barrel am Tag reduziert.

Venezuela und Iran bremsen Ölproduktion

Hintergrund für die derzeitigen Überlegungen sind Produktionsausfälle in Venezuela und im Iran. In Venezuela setzt eine Wirtschaftskrise der Herstellung des Rohstoffs zu, während dem Iran US-Sanktionen drohen. Die Nachrichtenagentur Bloomberg meldete zuletzt einen spürbaren Rückgang der iranischen Ölexporte in den ersten beiden Juniwochen.

Öl (Brent): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
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Die Ölpreise sackten am Freitag deutlich ab. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent verbilligte sich um 3,5 Prozent auf 73,34 Dollar.  Zuletzt war Brent bis auf 80,32 Dollar geklettert.

nb