Zwei Palladium-Barren

Die Autoindustrie-Rally Der Palladium-Bedarf steigt und steigt

Stand: 21.02.2019, 11:05 Uhr

Der Preis für das Edelmetall Palladium ist auf ein Rekordhoch gestiegen. Seit Monaten schon kennt der Preis nur eine Richtung: vorwärts. Der Grund ist die hohe Nachfrage aus der Automobilindustrie. Auch Gold und Silber bleiben Anleger-Favoriten.

Zuletzt kostete eine Feinunze (rund 31,1 Gramm) Palladium an den Rohstoffbörsen erstmals mehr als 1.500 US-Dollar. Das Metall, das zur Produktion von Auto-Katalysatoren verwenden wird, hat sich dank der starken Nachfrage seit Jahresbeginn um fast 20 Prozent verteuert. Allein in den vergangenen sechs Monaten ging es um mehr als 60 Prozent aufwärts.

Das hat auch mit der Diesel-Krise zu tun, meint Carsten Fritsch, Rohstoffexperte bei der Commerzbank. Ausschlaggebend für die Knappheit bei Palladium sei laut Fritsch eine hohe Nachfrage aus der Automobilindustrie. Diese habe im vergangenen Jahr 85 Prozent der gesamten Nachfrage ausgemacht. Palladium wird in Abgaskatalysatoren für Ottomotoren eingesetzt. Wegen verschärfter Emissionsvorschriften steige der Bedarf.

Dieselkrise lässt Nachfrage explodieren  

Abgase aus einem PKW-Auspuff

Autoabgase: Katalysatoren werden gebraucht. | Bildquelle: dpa-Zentralbild

Hinzu komme, dass der Diesel bei vielen Verbrauchern in Misskredit geraten sei. „Zusätzlich nachfrageverstärkend wirkt die Dieselkrise in Europa und die daraus resultierende Verschiebung von Diesel- zu Benzinautos“, kommentierte Fritsch. Denn während für Diesel-Katalysatoren eher Platin benötigt wird, wird Palladium insbesondere bei Benzinern eingesetzt. Der Preis für Platin hat sich seit Jahresbeginn nur vergleichsweise wenig verändert.

Die Experten von Heraeus sind der Ansicht, dass der Palladiumengpass auch 2019 anhalten wird. Ein leichtes Wachstum des Automobilmarktes und strengere Abgasregelungen in China würden die Palladiumnachfrage zusätzlich erhöhen, während die Produktion nicht in gleichem Maße steigen werde. Russland und Südafrika sind übrigens die Länder, die zusammen für den überwiegenden Teil der weltweiten Produktion sorgen.    

Palladium-Kristalle Audio

Nicht nur Silber und Gold - Edelmetalle im Fokus

Aber es gibt auch Risiken. Der Preis könnte sinken, wenn sich die Wirtschaft der automobilen Schwergewichte China und USA schwächer entwickeln würde, so die Heraeus-Fachleute.

Gold und Silber lieb ich sehr…

Auch Gold steht bei den Anlegern derzeit auf den Einkaufszetteln. Zur Wochenmitte stieg der Preis für eine Feinunze auf den höchsten Stand seit April 2018. Bereits in den vergangenen Handelstagen hatte der Goldpreis mehrfach ein jeweils neues Zehnmonatshoch erreicht. "Politische und wirtschaftliche Unsicherheiten geben dem Goldpreis derzeit offenbar Auftrieb", sagte Commerzbank-Experte Eugen Weinberg.

Silber gehört derzeit ebenfalls zu den gefragte Edelmetallen. Auch saisonale Ursachen könnten die aktuelle Nachfrage begründen.

ts