Podium während eines Opec-Treffens in Wien
Audio

Einigung auf Förderkürzung bei Opec-Treffen Ölpreise ziehen kräftig an

Stand: 07.12.2018, 15:50 Uhr

Die Opec-Staaten und andere Förderländer drehen den Ölhahn stärker zu als erwartet. In Wien einigten sich die Vertreter auf eine deutliche Drosselung der Produktion. Die Ölpreise stoppen ihre Talfahrt.

Die Nordseesorte Brent verteuert sich am frühen Nachmittag um fast fünf Prozent auf 62,60 Dollar je Barrel (159 Liter). Am Vormittag war der Preis für Brent noch auf unter 60 Dollar gefallen. Der Preis für amerikanisches Rohöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) steigt um über zwei Dollar auf 53,77 Dollar. Am Donnerstag war Brent noch um gut fünf Prozent gefallen. Seit Oktober sind die Ölpreise um fast ein Drittel abgestürzt.

1,2 Millionen Barrel weniger Öl pro Tag

Öl (Brent): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
Kurs
60,11
Differenz relativ
-1,05%

Delegierte des Treffens der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) und weiterer Förderländer sagten in Wien, dass es eine Übereinkunft über eine Kürzung der Produktion um 1,2 Millionen Barrel pro Tag gegeben habe. Auch Russland habe der Vereinbarung zugestimmt, hieß es weiter. Zuletzt war nur eine Kürzung in einem Volumen von einer Million Barrel pro Tag in der Diskussion gewesen.

Zwei Erdölpumpen in der Dämmerung

Ölpumpen. | Bildquelle: colourbox.de

Die in der sogenannten "Opec+" zusammengefassten Förderländer, darunter vor allem Russland, sollen mit einer Kürzung von 400.000 Barrel pro Tag beitragen. Die Länder hatten lange über eine Einigung gerungen. Offenbar haben die Saudis Russland überzeugt, die Förderung deutlich zu drosseln. Der demonstrativ freundliche Handschlag zwischen dem saudischen Kronprinzen und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin auf dem jüngsten G20-Gipfel in Buenos Aires zeigt, wie eng das Verhältnis zwischen Moskau und Riad inzwischen geworden ist. Es sei wichtig, auch Förderstaaten außerhalb der Opec an Bord zu haben, insbesondere Russland, sagte der saudiarabische Energie-Minister Chalid al-Falih in Wien.

Trump gegen die Drosselung der Ölförderung

Es gibt aber einen großen Gegenspieler: Donald Trump. Der US-Präsident will verhindern, dass die Opec-Staaten und Russland den Ölhahn zudrehen. Er übte im Vorfeld des Treffens in Wien Druck auf die Opec aus. "Die Welt will keine höheren Ölpreise sehen und braucht sie nicht", twitterte er.

Der saudiarabische Energie-Minister sagte in Wien, die Opec sei darauf vorbereitet, die Konsequenzen zu tragen, egal ob es zu einer Vereinbarung komme oder nicht. Seit der Ermordung des Journalisten Jamal Khashoggi gehen die USA auf Distanz zu den Freunden in Riad.

Opec+ hat sich bewährt

Seit Ende 2016 hat sich Russland mit anderen Förderländern und der Opec verbündet - zu Opec+. Der erweiterte Verbund hat bislang ganz gut funktioniert. Die Ölproduktion wurde deutlich gekürzt. Und alle hielten sich daran.

nb

1/5

Die fünf größten Ölkonzerne der Welt Historische Wurzeln

Exxon

1. ExxonMobil
Unangefochtener Branchenprimus, gemessen nach Börsenwert, ist ExxonMobil. Gut 293 Milliarden Dollar bringt das texanische Unternehmen derzeit auf die Waage. Das Unternehmen gilt als direkter Nachfolger der Standard Oil Company von John D. Rockefeller.