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Höchster Stand seit drei Wochen Ölpreis: Trump twittert, Opec drosselt

Stand: 20.05.2019, 13:22 Uhr

Die Furcht vor einer Eskalation der Iran-Krise treibt den Ölpreis nach oben. Auch die Aussicht auf eine Verringerung der Erdölbestände durch die Opec zeigt Wirkung. Fachleute rechnen auch weiterhin mit steigenden Preisen.

Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent verteuerte sich um bis zu 1,6 Prozent auf 73,40 Dollar und damit den höchsten Stand seit dreieinhalb Wochen. Zu Jahresbeginn musste man für ein Barrel noch rund 55 Dollar bezahlen. US-Leichtöl WTI kostete mit 63,81 Dollar zeitweise so viel wie seit drei Wochen nicht mehr.

Zwei Gründe sorgen dafür, dass der Ölpreis kräftig anzieht. Zum einen wirkt sich die von der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) in Aussicht gestellte Verringerung der Erdölbestände aus. Die Opec und ihre Verbündeten wollen nach Angaben aus Saudi-Arabien Erdölbestände behutsam verringern.

Öl (WTI): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
Kurs
55,36
Differenz relativ
-0,68%
Öl (Brent): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
Kurs
59,93
Differenz relativ
-0,65%

Die Opec, Russland und andere Staaten hatten verabredet, in der ersten Hälfte dieses Jahres die Ölförderung insgesamt um 1,2 Millionen Fass pro Tag zu drosseln, um die Preisschwäche bei Öl zu stoppen.

Weitere Preissteigerung wahrscheinlich  

Für Unruhe am Ölmarkt sorgte auch die Drohung von US-Präsident Donald Trump, den Iran zu zerstören, nachdem im Regierungs- und Diplomatenviertel der irakischen Hauptstadt Bagdad eine Rakete eingeschlagen war. „Wenn der Iran kämpfen will, wird das das offizielle Ende des Iran sein. Droht nie wieder den Vereinigten Staaten!“, schrieb Trump am Sonntag im Kurznachrichtendienst Twitter.

Die USA streiten mit dem ölreichen Iran seit längerem über dessen Atomprogramm. In den vergangenen Wochen haben sich die politischen Beziehungen der beiden Länder zunehmend verschlechtert. Die wachsenden Spannungen im Verhältnis zwischen den USA und dem Iran hatten Befürchtungen ausgelöst, es könnte ein Krieg am Golf bevorstehen.

Dies schürte die Furcht vor Produktions- und Lieferausfällen in der ölreichen Region. „Angesichts dieser Gemengelage dürften die Ölpreise weiter steigen und die Hochs von Ende April in Angriff nehmen“, kommentieren die Fachleute der Commerzbank.

ts