Blaue Ölfässer
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Verknappung und politische Faktoren Ölpreis schraubt sich höher

Stand: 10.01.2018, 09:17 Uhr

Das Ölkartell Opec scheint auf dem richtigen Weg: Die Förderkürzungen, die bis weit ins neue Jahr hinein beibehalten werden, zeigen ihren Effekt in weiter steigenden Preisen, dazu kommen aber noch kurzfristige Effekte. Öl ist so teuer wie lange nicht.

Mit derzeit 63,30 Dollar je Barrel (Fass mit 159 Litern) ist die US-Öl-Sorte WTI so teuer wie seit Ende 2014 nicht mehr. Auch bei der Nordseesorte Brent befinden sich die Notierungen auf einem Mehrjahreshoch: Mit 68,90 Dollar klopft hier der Preis bereits an die 70-Dollar-Marke an.

Öl (WTI): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
Kurs
68,41
Differenz relativ
+1,03%
Öl (Brent): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
Kurs
72,60
Differenz relativ
+1,32%

Mehr Nachfrage nach Öl...

Die Verteuerung des Rohstoffs hat einen mittelfristigen und mehrere kurzfristige Gründe. Seit der Entscheidung des Ölkartells Opec, die Förderung für Rohöl deutlich zu kürzen, entsteht langsam aber sicher eine Verknappung am Weltölmarkt. Das global gute Wachstum, vor allem in Asien sorgt gleichzeitig für einen größeren "Durst" nach Triebstoff - Benzin, Diesel oder anderen Ölprodukten.

Das Überangebot an Rohöl hatte noch im vergangenen Jahr den Anschein erweckt, als würde die Förderkürzung der Opec verpuffen, hatten doch gerade die USA mithilfe der Fracking-Technik ständig neue Ölquellen im eigenen Land erschlossen.

... weniger Angebot

Seit Januar 2017 haben die Staaten im Ölkartell ihre Ölproduktion um 1,2 Millionen Barrel gekürzt, sie liegt nun bei 32,5 Millionen Barrel. Und zum Jahresende 2017 hat die Allianz eine Fortführung der künstlichen Verknappung um weitere neun Monate bis Ende 2018 beschlossen. Der Allianz gehören neben den 14 Opec-Mitgliedsstaaten auch zehn unabhängige Förderländer wie Mexiko und Aserbaidschan an. Auch Russland kooperierte zuletzt mit dem Kartell.

Die Maßnahme zeigt nun Wirkung, das spiegelt auch die Entwicklung der Ölreserven in den USA wider, stets ein Indikator für die Gemengelage am Markt. In der vergangenen Woche etwa fielen die Reserven unerwartet um 11,2 Millionen Barrel, die der Verband API bekanntgab.

Und nicht zuletzt wird die Nachfrage durch einen politischen Faktor verschärft. Die Unruhen im wichtigen Förderland Iran sorgen bei den Ölkäufern derzeit für Verunsicherung. Iran gilt ohnehin als schwieriger Kooperationspartner der Ölförderländer, weil das Land sich im Zwist mit dem größten Exporteur Saudi-Arabien befindet. Iran ist innerhalb der Opec nach Förderung inzwischen die Nummer drei.

AB