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Brent auf Zwischenhoch Ölpreis im Aufwind

Stand: 06.11.2017, 10:10 Uhr

Die Weltwirtschaft brummt, die Öl-Förderbremse funktioniert - für den Ölpreis geht es seit Wochen aufwärts. Die Sorte Brent ist derzeit auf dem höchsten Stand seit zweieinhalb Jahren, auch WTI bleibt gefragt. Der Trend dürfte sich fortsetzen.

Ein Barrel (159 Liter) der Sorte Brent verteuerte sich zum Wochenstart auf 62,53 Dollar. Zuletzt kostete Brent so viel im Juni des Jahres 2015. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Dezember-Lieferung stieg um 23 Cent auf 55,87 Dollar.  

Öl (Brent): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
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"Derzeit ist kein Störfeuer für Optimisten auszumachen." So beschrieben Rohstoffexperten der Commerzbank die Stimmung am Ölmarkt. In den USA seien die Ölvorräte im Sinkflug. Außerdem sehen die Commerzbank-Experten in der Förderkürzung wichtiger Ölstaaten einen weiteren Preistreiber. "Vertreter der Länder, die sich zu Produktionskürzungen verpflichtet haben, werden nicht müde, den Markt in seiner Erwartung einer Verlängerung des Abkommens zu bestätigen."

Derzeit gilt eine Produktionsbegrenzung bis März kommenden Jahres. Am Markt wird darauf spekuliert, dass sie zur Stützung der Ölpreise bis Ende 2018 verlängert werden könnte.

Solides Wirtschaftswachstum

Öl (WTI): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
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"Die Ölnachfrage profitiert weiterhin vom soliden weltweiten Wirtschaftswachstum", schreibt Frank Schallenberger, Rohstoff-Analyst bei der LBBW. Auch Schallenberger hält eine Verlängerung für wahrscheinlich: "Sowohl der saudische Energieminister als auch Kronprinz Mohammad bin Salman äußerten sich zuletzt so, dass daraus auf eine Verlängerung der Vereinbarung geschlossen werden kann."

Zudem bleibe die Disziplin der Opec weiterhin auf einem sehr hohen Niveau. Im Oktober dürfte die Ölproduktion des Kartells laut Schallenberger gegenüber September durchschnittlich um 180.000 Barrel pro Tag gefallen sein.

Verhaftungswelle in Saudi Arabien

Aber es gibt noch einen weiteren Grund für den positiven Trend, weiß der LBBW-Fachmann: "Tatsächlich dürfte am Ölmarkt die weltweite Nachfrage das Angebot bereits seit dem zweiten Quartal 2017 übersteigen. Sofern sich die Opec weiterhin so diszipliniert zeigt wie bisher und sofern das konjunkturelle Umfeld weiter positiv bleibt, dürfte das Angebotsdefizit auch im kommenden Jahr bestehen bleiben", so Schallenberger.

Börse Riad, Saudi Arabien

Börse Riad, Saudi Arabien. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Die Verhaftungswelle in Saudi-Arabien hat sich am Montag zunächst kaum auf die Ölpreise ausgewirkt, sie dürfte tendenziell aber eher stützend wirken. In Saud-Arabien waren am Wochenende zahlreiche Minister und Prinzen der königlichen Familie festgenommen worden. Hintergrund sind Korruptionsvorwürfe und die Gründung einer neuen Anti-Korruptions-Behörde. Diese wird geführt von Kronprinz Mohammed bin Salman. Saudi-Arabien ist eines der ölreichsten Länder der Welt.

ts

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