Erdölförderung in Weißrussland

Vorerst keine Produktionsdrosselung Ölpreis findet keinen Boden

Stand: 29.11.2018, 14:30 Uhr

Der Ölpreis sinkt immer tiefer. Erstmals seit mehr als einem Jahr sackte der Preis für ein Barrel WTI im Tagesverlauf unter die Marke von 50 Dollar. Auch die Sorte Brent ist ziemlich billig zu haben. Werden Russland, Saudi-Arabien und die Opec reagieren?

In den vergangen Wochen ist der Ölpreis dramatisch gefallen. Seit Anfang Oktober beträgt das Minus rund 30 Prozent. Heute fiel der Preis für die US-Referenzsorte WTI im nachbörslichen elektronischen Handel in New York unter die Marke von 50 Dollar pro Fass. An der New York Mercantile Exchange (Nymex) kostete das Barrel (159 Liter) zur Lieferung im Januar am Vormittag 49,88 Dollar und damit 81 Cent weniger als am Vortag.

Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostete am Vormittag in London 58,11 Dollar. Am Morgen hatte der Preis sogar bei 57,50 Dollar gelegen. So niedrig lag er zuletzt im Oktober 2017. 

Öl (Brent): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum 1 Monat
Kurs
60,91
Differenz relativ
-1,76%
Öl (WTI): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum 1 Monat
Kurs
51,60
Differenz relativ
-2,46%

Wann wird gekürzt?

Der Grund: Händler erwarten ein Überangebot bei gleichzeitig nachlassender Nachfrage wegen der sich abschwächenden Konjunktur. Denn immer wieder enttäuschen wichtige Konjunkturdaten aus großen Industrieländern. Dies deutet auf eine schwächere Nachfrage nach Rohstoffen wie Erdöl hin, was die Preise drückt.

Händler erwarten ferner nicht, dass sich die Mitglieder der Organisation Erdöl exportierender Staaten (Opec) und ihre Partner Anfang Dezember auf eine Produktionsdrosselung einigen können. Der russische Präsident Wladimir Putin habe gesagt, Russland könne mit einem Preis von 60 Dollar pro Fass leben, erklärten die Analysten der Commerzbank. Saudi-Arabien habe bereits betont, es werde nicht allein die Produktion drosseln.

Wladimir Putin

Wladimir Putin. | Bildquelle: picture-alliance/dpa

Mittelfristig könnte es natürlich zu Kürzungen kommen. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, dass Russische Ölkonzerne zu einer schrittweisen Verringerung der Förderung bereit seien, aber noch nicht im Januar.