Zukäufe gestiegen Notenbanken befeuern Goldpreise

Stand: 01.08.2019, 11:18 Uhr

Der Goldpreis ist in den letzten Wochen kräftig gestiegen. Dazu haben vor allem die Notenbanken Russlands, Chinas und der Türkei beigetragen. Und die Zukäufe dürften sich fortsetzen.

Laut einer Mitteilung des World Gold Council, des Verbands der Goldminenbetreiber, ist die weltweite Goldnachfrage im zweiten Quartal im Vorjahresvergleich um acht Prozent auf 1.123 Tonnen gestiegen. Damit wurden im ersten Halbjahr 2.181,7 Tonnen Gold nachgefragt - soviel wie noch nie seit drei Jahren.

Hauptgrund für diese Steigerung waren kontinuierlich zunehmende Käufe der Zentralbanken sowie ein Zuwachs bei Exchange Traded Funds (EFT) mit Golddeckung. Die Notenbanken stockten ihre Bestände im ersten Halbjahr um 374 Tonnen auf – 47 Prozent mehr als im Vorjahr. Dabei war bereits 2018 das Jahr der Rekord-Käufe von Zentralbanken. Vergangenes Jahr legten ihre Bestände um gut 600 Tonnen zu, der höchste Wert seit der Abschaffung des Gold-Standards Ende der 1960er-Jahre.

Vor allem Schwellenländer

Dabei handelt es sich überwiegend um Zentralbanken aus Schwellenländern. Die höchsten Nettokäufe kamen zuletzt von den Notenbanken Russlands (über 75 Tonnen), Chinas (über 60 Tonnen) und der Türkei (rund 50 Tonnen). Zukäufe von mindestens 20 Tonnen kamen von den Zentralbanken Kasachstans und Usbekistans. Der verbleibende Rest ging auf das Konto von Indien, Ecuador, Katar, Kolumbien und Kirgisien. Die Notenbanken wollen damit ihre Währungsreserven stärken.

Damit hat sich das Interesse einiger Notenbanken an Gold fortgesetzt, hatten sie doch bereits im ersten Quartal deutlich mehr Gold gekauft (plus 68 Prozent) als im Vorjahreszeitraum. Die Nachfrage dürfte zu der Goldpreis-Rally der letzten Monate beigetragen haben. Seit Jahresbeginn ist der Preis für eine Feinunze (31 Gramm) Gold um zehn Prozent gestiegen. Seit Juni notiert er stabil über der Marke von 1.400 Dollar - erstmals seit sechs Jahren. In Euro gerechnet hat sich Gold sogar um mehr als 14 Prozent verteuert.

Goldkäufe dürften weitergehen

Und es scheint, als würden sich die Goldkäufe der Zentralbanken weiter fortsetzen, berichtet die Agentur Bloomberg unter Berufung auf eine Umfrage, die im Auftrag des World Gold Council vom britischen Markt- und Meinungsforschungsinstitut YouGov durchgeführt wurde. Danach erwarten 54 Prozent der Umfrageteilnehmer, dass die weltweiten Goldbestände in den nächsten 12 Monaten anwachsen werden.

"Die diesjährige Umfrage deutet auf ein weiteres Jahr mit gesunder Goldnachfrage von den Zentralbanken hin", hieß es in dem WGC-Bericht. In den nächsten 12 Monaten gelten zunehmende wirtschaftliche Risiken als Hauptgrund für diese Käufe. Mittelfristig könnten strukturelle Veränderungen der Weltwirtschaft jedoch ebenfalls eine Rolle spielen.

Seit 2009 sind die Goldbestände der Staaten um etwa 14 Prozent gewachsen,. Ihr Wert wird auf 1,6 Billionen Dollar geschätzt. Vor allem Russland und China haben ihre Goldbestände wegen zunehmender wirtschaftlicher Unsicherheiten und wachsender geopolitischer Spannungen erhöht.

lg