Arbeiter beschriftet eine Metallrolle

Rohstoff-Hausse voraus? Metalle ins Depot

Stand: 22.02.2019, 15:56 Uhr

Die Weltwirtschaft steht weiter unter dem Eindruck des Handelsstreits zwischen den USA und China. Doch eine Entspannung zeichnet sich ab. Bereits jetzt steigen die Notierungen einer wichtigen Rohstoffklasse: Industriemetalle könnten weiteres Potenzial haben.

Die Aufwärtsbewegung beim Kupferpreis vor wenigen Tagen war ein kleiner Weckruf für Rohstoff-Investoren. Nur die Aussicht auf konjunkturstützende Maßnahmen der chinesischen Regierung reichte aus, um die Terminkontrakte für das "rote Gold" (Aurubis) nach oben auf rund 6.250 Dollar je Tonne klettern zu lassen. Seitdem startet der Preis weiter durch, inzwischen kostet die Gewichtseinheit bereits 6.450 Dollar.

Im Markt für Industriemetalle könnte weiteres deutliches Aufwärtspotenzial stecken. Helaba-Analyst Heinrich Peters geht allenfalls bis zum Frühjahr noch mit einem kleinen Rückschlagspotenzial aus, die grobe Richtung aber heißt danach: Aufwärts.

Aufholjagd im Gang

Einerseits sind viele der für die Industrie wichtigen Rohstoffe im Preis in den vergangenen Monaten (zu) deutlich gefallen. Zum zweiten aber könnte eine Einigung zwischen den USA und China auf einen Handels- und Zolldeal die Konjunktur auf globaler Ebene wieder stimulieren. Und die Marktteilnehmer auf den wichtigen Warenterminmärkten werden darauf noch schneller mit entsprechenden Engagements bei den Metallen reagieren. Laut Experten würden sich die Preise in einer ersten Aufwärtsbewegung zunächst einmal nur ihren "Fundamentaldaten" annähern.

Industriemetalle gelten als "strategische" Rohstoffe. Sie sind für viele Industriezweige und Branchen, vom Stahlsektor über die Fertigung in der Autoindustrie bis hin zur Herstellung von Smartphones unentbehrlich. Die Metalle finden in verschiedenen Herstellungsverfahren ihre Anwendung, Angebot und Nachfrage schwanken damit stark mit neu entwickelten Verfahren oder Innovationen in der Industrie.

Eigenarten des Rohstoffhandels

Auch der Handel von Industriemetallen über Warenterminmärkte ist eine Besonderheit in diesem Sektor. Über den Kauf von Terminkontrakten, die eine Lieferung zu einem bestimmten Zeitpunkt garantieren, sichern sich die Finanzprofis Preise der jeweiligen Rohstoffe ab.

Auch die Schwankungen im Rohstoffsektor, und hier auch bei den Industriemetallen, sind zum Teil auf die besonderen Bedingungen im jeweiligen Markt zurückzuführen. Produktionsengpässe, die etwa bei Minenbetreibern entstehen, lassen die Preise schnell steigen. Fällt ein großer Nachfrager aus, etwa durch eine Firmenpleite, kann der Preis eines oder mehrerer Rohstoffe ebenso schnell fallen (s. auch unser Überblick: Profitieren vom Metallboom).

Für private Investoren bieten sich die hochriskanten Termingeschäfte nicht als Investment an. Doch sie können an der Preisentwicklung eines oder mehrerer Industriemetalle über verschiedene Instrumente und Wertpapiere teilhaben.

ETC, Indexfonds oder Aktien

Ein direktes Investment in einen einzelnen Metall-Rohstoff ist über ein ETC (Exchange Traded Commodity) direkt möglich. Anders als ETFs (Indexfonds), die gesetzlich gesichertes Sondervermögen darstellen, sind ETC rechtlich gesehen Schuldverschreibungen eines Emittenten.

Breiter diversifizieren lassen sich Industriemetalle über ETFs auf bestimmte Rohstoffindizes. Ein solcher ETF auf einen Index mit Schwerpunkt Metalle bietet etwa die französische Großbank BNP Paribas mit einem Produkt an (WKN A2DU5K).

Für Aktienanleger bieten sich als Alternative stets die großen Minenbetreiber als Investment an. Papiere der Großen der Branche wie BHP Billiton, Vale oder Rio Tinto reagieren ebenso prompt auf die Aussicht auf Gewinnsteigerungen, die die direkte Folge von höheren Preisen auf den Weltmärkten sind. Und die Aktien der Unternehmen haben bereits in den vergangenen Wochen deutlich an Boden gewonnen.

AB

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Flüssiges Kupfer

Kupfer
Der Kupferpreis scheint kaum aufzuhalten. Allein binnen des vergangenen Monats stieg er um rund fünf Prozent auf derzeit 6.450 Dollar je Tonne. Die Aussicht auf Konjunkturspritzen in China verleiht dem "roten Gold" (Aurubis) derzeit klaren Auftrieb.