Goldbarren

"Gold ist ein No-Brainer" Je mehr Krise, desto teurer ist Gold

Stand: 06.01.2020, 09:55 Uhr

Die Krise am Persischen Golf schiebt den Goldpreis kräftig an. Das Edelmetall kostet so viel wie seit vielen Jahren nicht mehr. Anleger fürchten sich vor einer weiteren Eskalation. Die weiteren Aussichten für Gold sind positiv.

In der Nacht auf Montag stieg der Preis für eine Feinunze Gold (31,1 Gramm) zeitweise bis auf 1.588,13 US-Dollar und damit auf den höchsten Stand seit Anfang 2013. Damit setzte sich der Kursanstieg der vergangenen Tage infolge der von US-Präsident Donald Trump angeordneten Tötung des iranischen Top-Generals Ghassem Soleimani fort. Sollte der Preis die Marke von 1.585 Dollar überwinden, rücke die psychologisch wichtige 1.600er Marke ins Visier der Anleger, meint Analyst Benjamin Lu vom Brokerhaus Phillip Futures.

"Gold ist ein No-Brainer"

Während die Anleger derzeit das Risiko scheuen und sich von Aktien trennen, ist Gold bereits seit einigen Wochen wieder verstärkt als Krisenwährung gefragt. Anfang Dezember vergangenen Jahres hatte die Feinunze rund 1.450 Dollar gekostet. Im Verlauf der vergangenen zwölf Monate kletterte der Preis um rund 20 Prozent. Im September 2011 hatte das global gehandelte Edelmetall bei 1.920,65 Dollar ein historisches Hoch erreicht.   

Für Gold habe das neue Jahr mit einem starken Impuls begonnen, zitiert die Nachrichtenagentur Bloomberg Gavin Wendt, Rohstoffanalyst bei MineLife. Wenn man die anhaltende Unsicherheit wegen des Handelskonflikts zwischen China und den USA mit einbeziehe könne man Gold derzeit bedenkenlos kaufen, behauptet Wendt.   

"Alles spricht für Gold"

Auch auf längere Sicht scheint die Lage am Goldmarkt positiv. Gold befinde sich in einer sehr guten Ausgangsbasis für den nächsten Aufwärtsschub, schreiben die Fachleute der Commerzbank in einem Ausblick. "Die Notenbanken bleiben global auf einem expansiven Kurs, was der entscheidende Nährboden für weiter steigende Preise für Gold – und in dessen Fahrwasser Silber und Platin – ist."

Die Rekordübernahmeaktivität im Goldminensektor 2019 spreche ebenfalls dafür, dass der Goldpreis noch weiter deutlich steigen könnte. "Denn die hohe M&A-Aktivität zeigt zum einen Zuversicht für den Goldpreis von Brancheninsidern und zum anderen aber auch einen hohen Konsolidierungsdruck, da die Goldreserven schwinden", so die Einschätzung der Commerzbank.    

Goldmine in Tucson, Arizona, USA

Goldmine: Hohe M&A-Aktivität im Minensektor. | Bildquelle: Imago

"Für einen Finanzinvestor spricht bei Abwägung von Chancen und Risiken der verschiedenen Investmentmöglichkeiten derzeit alles für Gold und die übrigen Edelmetalle", kommentiert auch Eberhardt Unger, Analyst bei fairesearch. "Die Performance des Goldpreises könnte in 2020 alle übrigen Investments in den Schatten stellen."

ts

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