Gestapelte Goldbarren

Edelmetall auf Viermonatshoch Goldfreunde reiben sich die Hände

Stand: 15.01.2018, 09:55 Uhr

Seit Mitte Dezember kennt der Goldpreis nur noch eine Richtung: aufwärts! Inflationssorgen und der schwache Dollar sind der Treibstoff der beeindruckenden Rally. Gibt es noch weiteres Potenzial?

Gold in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum 3 Monate
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Im vergangenen Jahr verteuerte sich das Edelmetall um rund 13 Prozent. Allein seit Mitte Dezember rückte der Preis um mehr als 100 Dollar auf knapp 1.340 Dollar vor – das höchste Niveau seit September. Auch 2018 setzt sich die gute Preisentwicklung bislang also fort. Einige Fachleute sahen zuletzt sogar Anzeichen dafür, dass der Markt etwas überkauft sei - doch es geht weiter nach oben.       

Warum hat Gold derzeit eine so hohe Anziehungskraft? Investoren schichteten Geld aus Aktien in das Edelmetall um, sagte Rohstoff-Händler Stephen Innes vom Brokerhaus Oanda: "Der anziehende Ölpreis und das starke Weltwirtschaftswachstum werden den Goldpreis auch weiterhin stützen, da sich Anleger gegen Inflation absichern wollen", meint Innes. Der Ölpreis ist einer der wichtigsten Faktoren für die Inflationsentwicklung.    

Was macht die Inflation?

Sein Kollege Jonathan Butler, Goldexperte bei Mitsubishi, fasst die entscheidenden Faktoren zusammen: Die Schlüsselfragen seien derzeit, wie schnell die entwickelten Volkswirtschaften ihre Zinspolitik normalisieren würden, wie weit sich die Aktienrally noch ausdehnen werde, wie sich die Trump-Steuerreform auswirke und wann die Inflation Fahrt aufnehme.

Wenn sich die Dollarschwäche fortsetze, würde das dem Goldpreis kurzfristig helfen, so Butler weiter. Da Gold in Dollar gehandelt wird, macht der schwache Dollar das Edelmetall außerhalb des Dollarraumes billiger und treibt so die Nachfrage an.

Australische Goldmine Sunrise Dam von Anglogold Ashanti.

Australische Goldmine Sunrise Dam von Anglogold Ashanti.. | Quelle: Unternehmen

Großes Gewinnpotenzial        

Martin Siegel vom Edelmetallspezialisten Stabilitas stellt fest, dass Gold - anders als Immobilien oder Aktien - von seinen Höchstständen über 1.900 Dollar noch ein ganzes Stück entfernt sei. "Das bedeutet aber auch, dass im Bereich der Edelmetalle noch ein großes Gewinnpotential vorhanden ist." Allerdings gehen solche einfachen Überlegungen nicht immer auf.

Außerdem wird es wesentlich darauf ankommen, wie die US-Notenbank Fed ihre Zinspolitik fortsetzt. Sollte sie die Zinsen zügig erhöhen, würde das wohl das Interesse am zinslosen Edelmetall wieder eindämmen. In unserem Ausblick hatten sich die Fachleute zum Goldpreis im Jahr 2018 noch eher zurückhaltend geäußert. Das Jahr ist noch lang.    

ts

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Physisches Gold
Die klassische und älteste Methode für Goldinvestments ist das physische Gold. Hier bieten sich einerseits Barren als auch Münzen an. Für Anleger in physischem Gold ist der Goldpreis in Euro maßgeblich. Für das Anlageergebnis spielt also der Euro-Dollar-Kurs eine große Rolle: Ist der Euro schwach, gewinnt der Anleger verglichen mit der international betrachteten Goldnotierung in Dollar etwas dazu - und umgekehrt.