Friedhof mit Grabkreuz und Fledermäusen

Düstere Charttechnik Gold: Wer hat Angst vorm Todeskreuz?

von Angela Göpfert

Stand: 26.06.2018, 09:23 Uhr

Auch das noch! Im Gold-Chart hat sich ein "Todeskreuz" gebildet. Wie sehr müssen Anleger dieses technische Verkaufssignal fürchten?

Gold in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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Ein Todeskreuz ist dadurch gekennzeichnet, dass der gleitende Durchschnitt der vergangenen 50 Handelstage die 200-Tage-Linie von oben schneidet. Genau das ist am Montag im Goldpreis passiert: Die 50-Tage-Linie fiel auf 1.306 Dollar – und damit unter die 200-Tage-Linie (1.307 Dollar).

Diese Formation gilt in der für ihre mitunter drastischen Begriffe – man denke nur an das "Hindenburg"-Omen" – berüchtigten Technischen Analyse als klares mittelfristiges Verkaufssignal.

The trend is your friend

Im umgekehrten Fall, wenn also die 50-Tage-Linie die 200-Tage-Linie von unten nach oben durchkreuzt, wird ein Kaufsignal generiert, das Experten "Goldenes Kreuz" nennen.

Die Idee hinter "Todeskreuz" und "Goldenes Kreuz" ist dabei ganz simpel. Anleger sollten sich auf die Seite des herrschenden Trends schlagen getreu dem Urmotto der technischen Analyse: "The trend is your friend."

Und der kürzere gleitende Durchschnitt (GD 50) reagiert eben deutlich sensibler auf Trendänderungen als der trägere, längerfristige Durchschnitt (GD 200).

Abwärtstrend intakt

Mit der Ausbildung eines "Todeskreuzes" hat sich das charttechnische Bild bei Gold weiter eingetrübt. Seit der Ausbildung eines Doppel-Tops im Januar/April bei 1.366,06/1.365,70 Dollar befindet sich Gold in einem intakten Abwärtstrend.

Gold in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum 6 Monate
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Am Dienstagmorgen fällt der Preis für das gelbe Edelmetall bis auf 1.262,27 Dollar je Feinunze und nähert sich damit seinem nur wenige Tage alten Jahrestief bei 1.260,74 Dollar wieder an.

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