Goldbarren

Starker Dollar und starke Aktienmärkte setzen Goldpreis zu Erst Rekordhoch, jetzt Zwei-Monats-Tief

Stand: 01.10.2019, 14:15 Uhr

Der Goldpreis musste in den vergangenen Wochen Rückschläge hinnehmen. Viele Analysten sehen den starken Dollar und starke Aktienmärkte als entscheidensten Faktor.

Der Dollar ist derzeit so stark wie schon lange nicht mehr. Schwache Inflationsdaten aus Deutschland haben den US-Dollar deutlich aufgewertet. Der handelsgewichtete Dollar-Index ist so hoch wie seit gut zweieinhalb Jahren nicht mehr. Dieser Faktor und starke Aktienmärkte haben dafür gesorgt, dass das Gold deutlich gefallen ist. Derzeit markiert Gold bei 1.467 US-Dollar je Feinunze: Ein Zwei-Monats-Tief.

Gold in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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Hohes Interesse an Gold

In der Woche des 24. September hat sich das allgemeine Interesse nach Gold deutlich erhöht und zu einer Rekord-Nachfrage geführt. Das zeigt der Commitments of Traders-Report der US-Aufsichtsbehörde Commodity Futures Trading Commission. Die Anzahl offener Kontrakte stieg von 631.000 auf 658.900, was einem Anstieg von rund 4,4 Prozent entspricht.

Gold in Euro nicht ganz so schlimm

Wie die Commerzbank schreibt, hat sich der Goldkurs im Verhältnis zum Euro besser gehalten, als im Vergleich zum Dollar. Als Grund nannte die Bank die unterschiedliche Währungsentwicklung. Dennoch ist der Goldpreis in Euro auf 1.347 Euro je Feinunze gefallen. Am Montag gab es zwar ETF-Zuflüsse, die auf das Kaufinteresse durch das niedrige Preisniveau zurückzuführen sind. Diese Zuflüsse reichten allerdings nicht aus, um den Preisrückgang des Goldes zu verringern.

Goldene Woche in China schuld?

Einige Analysten sehen die Urlaubswoche, auch Goldene Woche, in China als Hauptgrund für den fallenden Goldpreis. In dieser Zeit nehmen die Chinesen quasi nicht am Gold-Handel teil. In den vergangenen Jahren ist der Goldpreis in dieser Zeit immer wieder unter Druck geraten, aber nicht so massiv wie in diesem. Alleiniger Grund kann die Goldene Woche wohl kaum sein.

Natürliche Korrektur?

Angesichts der aktuellen politischen Lage scheint der Rückgang des Goldpreises eher eine natürliche Korrektur zu sein. Denn die Drohung chinesische Aktienunternehmen von den US-Börsen zu verbannen, die Prüfung eines Amtsenthebungsverfahrens von US-Präsident Trump und die anstehende Entscheidung im Brexit sind Unruhefaktoren.

Gold in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum 6 Monate
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David Isusow, Analyst der IG Trading, schreibt, dass sich der US-Dollar aufgrund der geldpolitischen Entscheidungen stabilisieren könnte. Wenn "der US Dollar Index neue Höchststände erreicht, ist die Stabilität im Goldpreis aus unserer Sicht kaum zu erwarten", erklärt Isusow.

ms