Goldbarren

"Sicherer Hafen" gefragt Neuer Rekord: Gold glänzt mehr denn je

Stand: 18.05.2020, 14:01 Uhr

Gold ist während der Krise stark gefragt und wird als sicherer Hafen benutzt. Am Morgen kletterte der Goldpreis in Euro auf ein neues Rekordhoch.

Der Goldpreis ist am Montagmorgen mit 1.631 Euro je Feinunze (31 Gramm) auf einen neuen historischen Höchststand geklettert. Gegenüber dem Dollar erreichte die Feinunze mit über 1.764 Dollar den höchsten Stand seit Oktober 2012.

Gold in Euro: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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1.587,19
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-0,27%
Gold in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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1.729,55
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Gold bei Anlegern beliebt

"Die Menschen gehen nur ungern Risiken ein und die Zukunft scheint ziemlich ungewiss. Gold bietet ihnen jetzt dieses Gefühl des Schutzes, weil wir uns in dieser Zeit befinden", sagte Phil Streible, Chef-Marktstratege bei Blue Line Futures in Chicago.

Das deckt sich mit einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa. Laut dieser trauen deutsche Bundesbürger Gold bei einer Anlagezeit von mindestens drei Jahren die besten Erfolgschancen zu. So stimmten 71 Prozent der befragten der Aussage zu, dass Gold eine sichere Geldanlage sei.

Anleger sollten aber immer beachten, dass auch der vermeintlich "sichere Hafen" Gold risikobehaftet ist. Zwar stieg der Preis in den vergangenen Jahren, es gab aber auch immer wieder deutliche Rücksetzer.

US-Konjunkturdaten befeuern Goldpreis

IG-Analyst Kyle Rodda begründete den Goldpreis-Anstieg mit den jüngsten US-Konjunkturdaten: "Am Markt wird eingepreist, dass die wirtschaftliche Erholung etwas schleppender verläuft als zuvor angenommen, und das erfordert wahrscheinlich ein Umfeld mit niedrigen Zinsen." Am Freitag hatten schlechte US-Konjunkturdaten die Tragweite des Corona-Einflusses auf die US-Wirtschaft nochmals untermauert. Der Einzelhandelsumsatz und die Industrieproduktion waren im April auf historische Tiefststände abgesackt.

Am Wochenende hatte Fed-Chef Jerome Powell in einem Interview gewarnt, dass die Erholung der US-Wirtschaft sich bis ins Jahr 2021 hinziehen könnte. Zudem treiben Spekulationen über Negativzinsen in den USA und zunehmende Spannungen zwischen den USA und China den Markt an. "Die Erholung wird wahrscheinlich problematischer sein als die Optimisten glauben, und Gold wird von der enormen Steigerung der Geldmenge profitieren, die sich daraus ergeben wird", sagte Gavin Wendt, Senior Resource Analyst bei MineLife Pty.

Gold profitiert auch von Rettungspaketen

Das Coronavirus und dessen wirtschaftliche Folgen hat Staaten und Zentralbanken dazu veranlasst, Konjunkturmaßnahmen einzuleiten, um die negativen Auswirkungen abzufedern. Gold profitiert auch von wirtschaftlichen Anreizen, da es auch als Absicherung gegen Inflation gesehen wird. "Angesichts dieses Chaos und dieser Verwirrung ist es nicht verwunderlich, dass Gold-ETFs ein unverändert hohes Kaufinteresse verzeichnen", so die Analysten der Commerzbank in einer Mitteilung. "Wenn Spekulanten jetzt auch auf den Zug springen würden, würde Gold schnell in Richtung der Marke von 1.800 Dollar steigen." Carsten Fritsch von der Commerzbank sagt aber auch, dass der Weg für Gold nicht einfach werde. Denn abgesehen von den ETFs sei die Goldnachfrage in anderen Sektoren eher schwach.

Auch andere Edelmetalle werden teurer

Von der Rally beim Gold profitieren auch andere Edelmetalle wie Silber oder Platin. Der Silberpreis kletterte am Montag um etwas mehr als drei Prozent auf rund 17 Dollar je Feinunze, Platin verteuerte sich um rund 1,7 Prozent.

ms/dpa-AFX