Xetra-Gold Bestand 2009

Goldpreis bald auf 4.000 Dollar? Gold-Fan wettet auf den Crash

Stand: 28.11.2019, 12:00 Uhr

Ein wagemutiger Spekulant hat am Gold-Optionsmarkt eine Wette auf spektakulär steigende Preise abgeschlossen, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg. Offenbar rechnet der Käufer mit einer ziemlich beispiellosen Krise an den Finanzmärkten – und zwar sehr bald.

Der Crash kommt! Davon scheint ein Akteur am Goldmarkt so überzeugt zu sein, dass er 1,75 Millionen Dollar darauf wettet, dass der Goldpreis bis Juni 2021 auf 4.000 Dollar steigt. Die Kaufoptionen wurden für 3,50 Dollar verkauft. Das wäre ein einsamer Rekord und mehr als doppelt so viel wie das jüngste Rekordhoch. Derzeit liegt der Preis für eine Feinunze 31,1 Gramm bei rund 1.450 Dollar.

Gold wird in Krisenzeiten gerne gekauft und gilt deshalb als Versicherung gegen Marktturbulenzen in den Portfolios der Investoren. Sobald die Risiken am Markt wieder schwinden oder anders beurteilt werden, schwächt sich meistens auch die Goldnachfrage wieder ab.

Gold in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum 10 Jahre
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Der Goldpreis von 4.000 Dollar würde wahrscheinlich bedeuten, aber das ist bloße Spekulation, dass die Finanzmärkte sich in Auflösung befänden – oder kurz davor. Allerdings sollte man auch berücksichtigen, dass 1,75 Millionen Dollar angesichts der Milliarden, die an den Finanzmärkten bewegt werden, nicht mehr als Kleingeld ist.

Auch über die Motive kann man nur spekulieren. Vielleicht wollte der Käufer nur dafür sorgen, dass die Stimmung sich wieder zu Gunsten des Edelmetalls wendet?

Wohin könnte die Reise gehen?   

Denn in den vergangenen Wochen hatte der Goldpreis den Schwung verloren, nach dem er noch im September aufgrund der politischen Wirren rund um Brexit und Handelskrieg und wegen der Furcht vor einer globalen Rezession über die Marke von 1.500 Dollar geklettert war. Manche Freunde des Edelmetalls träumten bereits wieder vom Rekordhoch aus dem Jahr 2011 als eine Feinunze Gold mehr als 1.900 Dollar kostete.

Die Marktbeobachter der Helaba sehen beim Goldpreis für das kommende Jahr noch Potenzial, von einem Preis von 4.000 Dollar ist die Prognose aber weit entfernt: "Gold als Inflationsabsicherung ist nicht mehr gefragt, aber sehr wohl als Absicherung gegen politische Risiken.

Diese resultieren aus einer strukturell zu expansiven Ausrichtung der Geldpolitik", meinen die Experten. "Im Jahresverlauf dürfte das Edelmetall weitere Erfolge feiern und bis auf 1.700 US-Dollar je Unze steigen."

ts