Als sicherer Hafen stark gefragt Gold auf Sechs-Jahres-Hoch

Stand: 05.08.2019, 12:02 Uhr

Der eskalierende Handelsstreit zwischen den USA und China heizt die Nachfrage nach Gold weiter an. Der Preis je Feinunze der "Antikrisen-Währung" erreicht am Montag den höchsten Stand seit Mai 2013. Doch Anleger sollten vorsichtig sein.

Die neuerliche Eskalation im Handelsstreit zwischen den USA und China treibt die Investoren auch zu Wochenbeginn in sichere Anlagen. US-Präsident Donald Trump hatte angekündigt, zusätzliche Zölle in Höhe von zehn Prozent auf chinesische Güter im Wert von 300 Milliarden US-Dollar zu verhängen.

Die wachsenden Sorgen der Anleger spiegeln sich in schwachen Aktienmärkten und weiter fallenden Anleiherenditen wider. Ganz im Gegensatz zum Goldpreis. In Zeiten wirtschaftlicher Unruhe fühlen sich Gold-Anleger pudelwohl.

Am Montagmorgen kostete eine Feinunze des Edelmetalls bis zu 1.459 US-Dollar - der höchste Stand seit über sechs Jahren. In Euro gerechnet wurde sogar der höchste Stand seit Ende 2012 markiert. Im Hoch kostete eine Feinunze 1.311 Euro.

Sinkende Zinsen stützen den Preis

"Gold profitiert gewiss von den weltweiten Sorgen um den Wachstumsausblick und Zentralbanken werden wahrscheinlich ihre akkommodierende Haltung beibehalten, sodass sichere Häfen wie Gold begehrt sind", sagte Michael McCarthy von CMC Markets. Neueste Wirtschaftsdaten der USA deuten an, dass die Federal Reserve im September wieder Zinsen senken werde.

Auch das hilft dem Edelmetall. Sinkende Zinsen erhöhen seine Attraktivität, weil Gold keine Zinsen abwirft und daher einen natürlichen Nachteil gegenüber verzinsten Wertpapieren besitzt. Fallen die Zinsen, reduziert sich dieser Nachteil und die Anleger können ihn verschmerzen.

"Der Anstieg des Goldpreises geht nach wie vor einher mit ETF-Zuflüssen – letzte Woche waren es knapp 24 Tonnen. Und auch die spekulativen Finanzanleger setzen weiter stark auf steigende Goldpreise", schreibt Commerzbank-Analyst Daniel Briesemann.

Vorsicht, Gold-Fans!

Gold in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum 5 Jahre
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Gold-Fans haben wahrlich harte Zeiten hinter sich: Fast sechs Jahre lang dümpelte der Goldpreis in einer engen Bandbreite von 200 Dollar vor sich hin. Mehrfach scheiterte er daran, die Schwelle von 1.370 Dollar zu überwinden.

Diese jahrelange Widerstandszone zwischen 1.350 und 1.400 Dollar je Feinunze ist damit endgültig überwunden. Gold dürfte sich nun in einem Aufwärtstrend bewegen.

Aber Vorsicht: Anfang Juli war der Goldpreis plötzlich der klare Verlierer und steuerte auf den größten Tagesverlust seit zweieinhalb Jahren zu. Darin spiegelte sich vor allem die nach dem G20-Gipfel deutlich gesunkene Risikoaversion der Anleger wider. Solch eine Kurskorrektur ist auch jetzt wieder möglich, wenn die Politik dem Gold einen Strich durch die Rechnung macht.

tb