Goldbarren und Euroscheine
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Zwei-Jahres-Hoch in Euro Fed treibt Goldpreis

Stand: 05.06.2019, 16:26 Uhr

Das gelbe Edelmetall erlebt seit ein paar Tagen eine wahre Renaissance. Am Mittwoch ist der Goldpreis auf den höchsten Stand seit mehr als drei Monaten gestiegen. In Euro gerechnet wurde gar ein Zwei-Jahres-Hoch erreicht.

So schnell kann sich die Stimmung drehen: Mitte April rutschte der Goldpreis noch auf ein Drei-Monats-Tief. Die Hausse an den internationalen Börsen in den ersten vier Monaten und auch die etwas höheren Kapitalmarktzinsen machten das gelbe Edelmetall unattraktiv. Gold wirft keine Zinsen ab.

Doch in den letzten sechs Wochen haben die Börsen deutlich nachgegeben. Die wieder aufgeflammten Handelsstreitigkeiten zwischen den USA und China sowie auch Mexiko haben für große Unsicherheit an den Märkten gesorgt. Hinzu kommt der neue Budgetstreit zwischen Italien und der EU-Kommission.

Gold in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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Nun geht selbst die US-Notenbank in Deckung – und heizt Spekulationen auf Zinssenkungen an. Am Dienstag hatte US-Notenbankchef Jerome Powell eine mögliche Senkung des Leitzinses vor dem Hintergrund wachsender konjunktureller Risiken nicht ausgeschlossen. Die Zentralbank beobachte die wirtschaftlichen Auswirkungen genau und werde wie immer entsprechend handeln, um das Wachstum aufrechtzuerhalten, sagte Powell.

Prompt schießt der Goldpreis weiter nach oben. Denn niedrigere Zinsen machen Gold wieder attraktiver. Am Mittwoch kletterte das gelbe Edelmetall um ein Prozent auf 1.338 Dollar je Feinunze, den höchsten Stand seit Mitte Februar.

Für europäische Anleger ist der Anstieg des glänzenden Edelmetalls noch kräftiger zu spüren. Der Goldpreis verteuerte sich am Mittwoch auf 1.189 Euro, das höchste Niveau seit April 2017.

Der Edelmetallhändler Stabilitas sprach von einer "überraschenden Dynamik im Goldsektor". Eine echte zwingende Erklärung hierfür gebe es nicht, zumal auch der Silberpreis weiter hinterherhinke, meinte Stabilitas-Geschäftsführer Martin Siegel. Nun sei die Frage, wie nachhaltige diese Entwicklung ist und ob Gold genug Kraft habe, um Kurs auf die wichtige Marke von 1.380 Dollar zu nehmen, sagte er am Dienstag.

nb