Barren von Palladium, Gold, Silber und Platin

Die Mischung macht's Edelmetalle breit streuen

Stand: 10.08.2018, 10:36 Uhr

Goldfans hatten in den vergangenen Jahren kein leichtes Leben. Der Preis für die Feinunze sackte immer weiter ab. Wer Edelmetalle als Kriseninvestment oder zur Absicherung eines Aktiendepots nutzen will, kann aber durch Diversifikation Kursknicks vermeiden.

Gold und Silber pfui, Palladium hui. In den vergangenen Jahren haben sich einige der wichtigsten Edelmetalle im Preisverlauf deutlich voneinander abgekoppelt. Im Fall von Palladium sorgte beispielsweise die höhere Nachfrage aus der Autoindustrie für einen deutlichen Preisauftrieb (s. unser Vergleichschart).

Edelmetalle im Vergleich: Gold, Silber, Platin und Palladium

Edelmetalle im Vergleich. | Grafik: boerse.ARD.de

Gold reagiert nicht als Krisenwährung

Gold dagegen wurde in den vergangenen Jahren seiner Rolle als Krisenwährung nicht gerecht. Das Edelmetall litt auch darunter, dass durch den Zinsanstieg in den USA viele Mittel wieder in Richtung festverzinslicher Anlagen gelenkt werden - denn: Gold wirft keine Zinsen ab.

Bei Silber und Platin, beide Edelmetalle werden sowohl in der Schmuckbranche als auch in der Industrie benötigt, zeigte der Trend bereits seit Jahren eher abwärts. Allerdings deuten Positionierungen großer Investoren am Terminmarkt darauf hin, dass eine Trendwende nach oben früher oder später einsetzen könnte.

Wertaufbewahrung und Inflationsschutz

Für Anleger bleiben Edelmetalle aus mehreren Gründen eine Option, dabei oft gar ist nicht entscheidend, welches der Metalle das Depot bereichert. Die üblichen Motivationen für Gold & Co. sind sehr ähnlich: In allen Fällen erfüllen die Edelmetalle die Funktion einer Wertaufbewahrung, damit soll auch der Entwertung klassischer "Papierwährungen" entgegen investiert werden. Neben dem Inflationsschutz spielt auch die Vorsorge gegen massive Krisenerscheinungen, insbesondere am Finanzmarkt, eine wichtige Rolle beim Kauf. Die Flucht in ein "physisch" gedecktes Währungssystem im Fall einer ernsthaften Krise wird hier als wahrscheinliches Szenario unterstellt.

Ein Fundament des Investments in Edelmetalle ist schließlich auch die "Knappheit". Die Menge an verfügbaren Vorräten an Gold, Silber oder Platin ist endlich, die Förderung neuer Vorkommen mit hohen Kosten und Mühen verbinden. Ein ganz unmittelbarer Grund also für einen Marktpreis, der nach unten abgesichert sein müsste.

Rendite, auch wenn die Krise ausbleibt

In Fall der Metalle, die auch in der Industrie eingesetzt werden, partizipiert der Anleger zusätzlich noch von der Weltkonjunktur. Läuft die rund, steigt auch die Nachfrage nach den Industriemetallen, Krisenabsicherung plus Rendite im Fall, dass die Krise ausbleibt.

Mischen kann man sich einen Edelmetall-Korb in mehreren Varianten. Wer es ganz "physisch" mag, einen Tresor oder ein Schließfach sein eigen nennt, kann Barren verschiedener Edelmetalle und Gewichte bunt miteinander mischen, auch Palladium und Platin sind in handlichen Gramm-Einheiten verfügbar.

Physisch, ETC oder ETF

Auch über ein Wertpapier-Portfolio mit ETC (Exchange Traded Commodity) mit physischem Lieferanspruch können Anleger zurückgreifen. Ob eine solche Lieferung im Fall eines globalen Krisenszenarios wirklich Sinn macht, ist freilich offen. Über einen Indexfonds (ETF) ausschließlich in Edelmetalle zu investieren, ist derzeit nicht möglich. Die gängigen Rohstoff-Indizes enthalten zumeist auch Energie-Rohstoffe wie Öl, Agrarrohstoffe wie Weizen oder auch Industriemetalle wie Kupfer. Ein ETF aus dem Hause Comstage (WKN ETF090) kommt dem Edelmetall-Fan aber am nächsten: Der zugrunde liegende Index besteht zu jeweils einem Drittel aus Edelmetallen und Industriemetallen. Das restliche Drittel entfällt auf Erdgas und Rohöl. Noch ein bisschen mehr Diversifikation schadet vielleicht gar nicht.

AB