Ein Goldbarren liegt auf einem Tisch

Kaufen oder nicht kaufen? Diese Faktoren bestimmen den Goldpreis

Stand: 28.05.2018, 14:54 Uhr

Für die Freunde des Golds sind die Perspektiven in diesem Jahr durchwachsen. Von seinem Jahrstief vor einigen Tagen hat sich das Edelmetall zwar etwas erholt, die steigenden Zinserwartungen in den USA und der starke Dollar drücken aber auf die Stimmung.

Gold in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
1.185,49
Differenz relativ
-0,72%

Bis auf weniger als 1.300 Dollar war die Goldnotierung Mitte Mai gesunken, den Tiefststand erreichte das Edelmetall bei 1.289,50 Dollar. Den Höchststand hatte der Goldpreis in diesem Jahr laufenden Jahr bei 1356,13 Dollar erreicht. Auch aktuell notiert Gold unter der Marke von 1.300 Dollar. Das ist indes immer noch höher, als Analysten in unserem Jahresausblick prognostiziert hatten.

Die Gründe für die Zurückhaltung der Anleger hängen nicht zuletzt mit den steigenden Kapitalmarktzinsen in den USA zusammen. Insbesondere die vielbeachteten Staatsanleihen mit zehnjähriger Laufzeit rentieren bei knapp drei Prozent – mal etwas darüber, mal etwas darunter.

Gold wirft keine Zinsen ab

Ein wichtiger Faktor ist die Zinspolitik der Fed. Aktuell rechnen die Märkte mit drei Zinserhöhungen in diesem Jahr. Allerdings halten viele Experten auch vier Zinserhöhungen nicht für ausgeschlossen. Für die Investoren bedeutet das zweierlei: Da Gold keine Zinsen abwirft, ist die Anlage bei höheren Kapitalmarktzinsen unattraktiv, weil Rendite nur durch Kursgewinne erzielt werden kann.

Die wiederum werden auch deshalb unwahrscheinlicher, weil höhere Zinsen in den USA tendenziell stärkend auf den Dollar wirken. Ein starker Dollar verteuert das in Dollar gehandelte Edelmetall in den Ländern außerhalb der USA. Das wiederum könnte sich negativ auf die Nachfrage und damit auf die Preisentwicklung auswirken.

Gold als Inflationsschutz

Auch die zu erwartende Inflationsrate ist zu beachten. "Solange die Inflationsrate stärker steigt als die Rendite 10-jähriger US-Anleihen, ist ein Goldpreisanstieg wahrscheinlich. Eine stärkere Rendite relativ zur Inflationsrate setzt hingegen den Goldpreis unter Druck", hat Robert Rethfeld von Wellenreiter Invest herausgefunden.

Anders ausgedrückt: Um sich vor der wachsenden Inflation zu schützen, könnten sich die Investoren wieder vermehrt Gold in die Depots legen. Aktuell liegt die US-Inflationsrate bei 2,5 Prozent. Es ist also auf jeden Fall keine schlechte Idee die US-Anleiherenditen genau im Blick zu behalten – übrigens nicht nur, wenn man sich für Gold interessiert.  

ts

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Physisches Gold
Die klassische und älteste Methode für Goldinvestments ist das physische Gold. Hier bieten sich einerseits Barren als auch Münzen an. Für Anleger in physischem Gold ist der Goldpreis in Euro maßgeblich. Für das Anlageergebnis spielt also der Euro-Dollar-Kurs eine große Rolle: Ist der Euro schwach, gewinnt der Anleger verglichen mit der international betrachteten Goldnotierung in Dollar etwas dazu - und umgekehrt.