Ein Goldbarren auf -Münzen

Barren und Münzen gefragt wie nie Ansturm auf die Goldshops

Stand: 18.03.2020, 11:01 Uhr

Die Deutschen hamstern derzeit nicht nur Nudeln und Klopapier, sondern auch Goldbarren. Händler wie Degussa und Pro Aurum berichten über Spitzenumsätze, riesige Warteschlangen und ausverkaufte Onlineshops. Nun werden sogar die Barren knapp.

Was bei Atemschutzmasken oder teilweise auch Desinfektionsmitteln zu beobachten ist, gilt auch für Goldbarren und –münzen: Sie sind beim Kauf übers Internet derzeit nicht verfügbar. Im Onlineshop von Degussa findet sich derzeit bei Krügerrand und anderen Goldprodukten der Hinweis: "In Kürze lieferbar". Auch bei Pro Aurum dauerte es bis zu acht Tagen, bis das gewünschte Edelmetallprodukt ausgeliefert werden kann.

"Wir müssen pro Tag tausende Aufträge abarbeiten", erklärt Pro-Aurum-Chef Robert Hartmann im "Handelsblatt". "Wir schaffen es nicht mehr, Gold ad hoc auszuliefern."

Neue Umsatzrekorde am Montag

Kunden vor Degussa-Filiale in Stuttgart

Kunden vor Degussa-Filiale in Stuttgart. | Bildquelle: picture alliance / Sebastian Gollnow / dpa

Der Run der Deutschen auf das glänzende Edelmetall hat die Goldhändler restlos überfordert. Seit Tagen kaufen die Bundesbürger Goldbarren und -münzen, als stünde der Dritte Weltkrieg kurz bevor. Den absoluten Höhepunkt erreichte der Goldrausch am Montag. "Das war der absolute Spitzentag", sagt Pro-Aurum-Chef Hartmann. Der Umsatz sei 50 Prozent über dem bisherigen Rekord von 2011 gewesen.

Vor der Frankfurter Niederlassung des Goldhändlers Degussa bildeten sich lange Warteschlangen. Ähnliche Beobachtungen machte Önder Ciftci, Chef des Konkurrenten Ophirum.

Viele Händler müssen ihre Filialen schließen

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Damit dürfte es bald vorbei sein. Denn wegen der Furcht vor einer Ansteckung mit dem tückischen Coronavirus haben einige Filialen ihre Verkaufsräume dicht gemacht. Zudem gibt es Anordnungen in einzelnen Bundesländern wie Berlin oder Bayern, dass Spezialgeschäfte wie eben Goldhandel schließen müssen.

Somit dürfte sich der Goldrun nun ins Internet verlagern. Kein Wunder, dass Händler wie Degussa angesichts des rasanten Kundenansturms in Lieferschwierigkeiten geraten.

Engpässe bei der Goldlieferung wegen Grenzschließungen

Goldbarren

Goldbarren. | Bildquelle: picture alliance/Ulrich Baumgarten

Ein zusätzlicher Grund für den Engpass in vielen Onlineshops sind die Grenzschließungen, schreibt das "Handelsblatt". Viele große Barrenhersteller sitzen im Tessin in der Schweiz, in dem der Notstand ausgerufen wurde. Sie leiden darunter, dass viele ihrer Mitarbeiter Pendler aus Italien sind. Einige haben bereits Hotelzimmer angemietet, um ihre Mitarbeiter aus Italien vorübergehend unterbringen zu können.

Die Lieferketten funktionieren teilweise nicht mehr. Die Werttransporte, die das Gold aus der Schweiz nach Deutschland liefern, stehen momentan an den Grenzen im Stau. Nun denkt die Branche über Lufttransporte nach.

Höherer Aufpreis für Goldbarren und -münzen

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Wegen der Knappheit kosten die Barren und Münzen aktuell deutlich mehr als am Spotmarkt. Beim Krügerrand liegt der Aufpreis pro Unze derzeit bei acht Prozent. Bei der Eurokrise war der Aufschlag noch höher.

Doch das alles scheint vielen Bürgern egal zu sein. Sie wollen einfach Gold hamstern - aus Angst, was da noch kommt. Und teilweise auch, weil sie befürchten, dass sie bald nichts mehr bei den Goldhändlern bekommen.

Gold auf Ein-Jahres-Sicht besser als Aktien

Kurz vor dem Jahreswechsel gab es bereits einen Run auf die Goldhändler. Grund damals war eine neue Regelung der Bundesregierung, die deutschlandweit die Obergrenze für anonyme Goldkäufe von 10.000 Euro auf 2.000 Euro reduzierte.

Wer vor einem Jahr Gold gekauft hat, kann sich seither über einen kräftigen Wertzuwachs freuen. Der Preis für das gelbe Edelmetall kletterte um rund 200 Euro auf 1.355 Euro je Unze. In diesem Jahr stieg der Goldpreis zeitweise schon auf das Rekordniveau von 1.561 Euro, rutschte dann aber in den letzten Tagen wieder ab.

nb

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