Bitcoin Silbermünze

Ungleicher Reichtum Wen der Bitcoin-Geldsegen wirklich trifft

Stand: 13.12.2017, 16:38 Uhr

Die Kryptowährung hat mittlerweile rund 25 Millionen Investoren – ganze zehn davon teilen sich rund 14 Milliarden Dollar. Unter den Top-Profiteuren findet sich auch Bulgarien: Der Coup gegen einen Betrügerring brachte der Regierung einen milliardenschweren Bitcoin-Batzen ein.

Der Bitcoin wird derzeit munter gehandelt – und auch für kriminelle Machenschaften genutzt. Das bemängeln Bitcoin-Kritiker schon lange. Der Fund bulgarischer Ermittler könnte die Kritiker in ihrer Meinung bestärken: Bei einem Schlag gegen einen Betrügerring im Mai beschlagnahmten die Ermittler über 210.000 Bitcoins – damaliger Wert rund 500 Millionen Dollar.

Ähnliches passierte dem FBI schon vor vier Jahren: Bei einem Schlag gegen einen Online-Drogenhandelsplatz im September 2013 beschlagnahmten die Ermittler unter anderem über 170.000 Bitcoins. Etwa 124.000 davon verkaufte das FBI zwischen 2014 bis 2016 – zu einem im Vergleich zu heute lächerlichen Kurs. Über zwei Milliarden wäre die Menge beim heutigen Kurs von rund 16.600 Dollar wert.

Bitcoins vor bulgarischer Flagge

Bulgarien verfügt über einen digitalen "Schatz". | Bildquelle: colourbox.de, Montage: boerse.ARD.de

So will es die bulgarische Regierung scheinbar nicht machen: Sie besitzt die Bitcoins noch immer – zum heutigen Wert von über drei Milliarden Dollar. Damit könnte das ärmste europäische Land rund 20 Prozent seiner Staatsschulden abdecken – die liegen insgesamt bei fast 17 Milliarden Dollar. Doch was tatsächlich mit den Anteilen der Kryptowährung passieren soll, hat die Regierung bislang nicht verkündet.

In der Bitcoin-Szene geht nun die Angst um, dass Bulgarien seinen Bitcoin-Berg möglicherweise doch schnell los werden möchte. Sollte das Land seinen Besitz verkaufen, drohe ein Kurssturz. Bitcoin-Anleger schielen daher derzeit recht wachsam auf die bulgarische Hauptstadt.

Die ungleiche Welt des Bitcoins

Tyler (l.) und Cameron Winklevoss

Tyler (l.) und Cameron Winklevoss. | Bildquelle: picture-alliance/dpa

Insgesamt ist der digitale Reichtum äußerst ungleich verteilt: Laut einer Analyse der Branchenwebseite "Bitinfo" haben die zehn reichsten Bitcoin-Besitzer zusammen ein Vermögen von aktuell 14 Milliarden Dollar. Dazu gehören unter anderem die Winklevoss-Zwillinge.

Marktbericht neutral
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Börse 17.00 Uhr Deutsche Börse zu Bitcoin

Ein Vermögensanteil von 20 Prozent teilt sich dabei auf gerade einmal 122 Anleger auf – 25 Millionen Bitcoin-Investoren soll es weltweit geben. Rund 24,2 Millionen davon halten zusammen gerade mal vier Prozent des Vermögens.

Von der ungleichen Machtkonzentration und den Meldungen von Bitcoin-Funden im kriminellen Milieu hören Kritikern der Kryptowährung vermutlich gern: Zahlreiche Finanzhäuser und deren Vorstände äußerten sich in der Vergangenheit negativ zum Bitcoin-Boom und warnten vor Investitionen.

jz

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Was die Bitcoin-Kritiker sagen Alles nur ein Hype?

Goldman-Sachs-Chef Lloyd Blankfein

Lloyd Blankfein
Goldman-Sachs-Chef Blankfein hält den Bitcoin nur für eine Blase. Das sagte er im September gegenüber dem Nachrichtensender "CNBC". Doch er gab zu: Mit so mancher Einschätzungen in der Vergangenheit lag er falsch. Blankfein vergleicht den Bitcoin mit der Entwicklung vom Zahlungsmittel Gold zum Papiergeld: Damals seien sicher auch nicht alle überzeugt gewesen. Nach dem Schritt vom Hartgeld zum Fiatgeld seien digitale Währungen eine "natürliche Entwicklung". Zwar hat er noch nicht investiert – abgeneigt ist er aber keineswegs. Angeblich plant Goldman Sachs eine eigene Trading-Plattform, auf der der Handel von Bitcoin und anderen Kryptowährungen möglich wäre.