Es geht abwärts bei Kryptowährungen

Zweistellige Verluste Warum der Bitcoin wie ein Stein fällt

Stand: 06.09.2018, 11:19 Uhr

Auch heute brechen Kryptowährungen auf breiter Front ein. Beim Bitcoin hat sich der Absturz sogar beschleunigt.

Die bekannteste und älteste Digitalwährung verliert zur Stunde auf der Handelsplattform Coinmarketcap über zwölf Prozent auf Kurse um 6.450 Dollar. Innerhalb von gerade einmal 14 Stunden büßte der Bitcoin mehr als 1.000 Dollar an Wert ein.

Andere Kryptowährungen verlieren teils noch deutlich stärker. So büßen etwa die Digitalwährung mit der zweitgrößten Marktkapitalisierung Ethereum sowie die Bitcoin-Abspaltung Bitcoin Cash auf Coinmarketcap derzeit jeweils rund 20 Prozent an Wert ein.

Nach Angaben von Coinmarketcap hat sich der Wert aller rund 1.900 Kryptowährungen seit Mittwoch von knapp 240 Milliarden Dollar auf aktuell rund 200 Milliarden Dollar verringert.

Serie enttäuschter Hoffnungen

Hohe Preisschwankungen sind bei Kryptowährungen zwar üblich, aber diese starken Einbrüche überraschen Beobachter. Offenbar bricht sich nun eine Serie enttäuschter Hoffnungen Bahn, während das generelle Interesse der Anleger an der exotischen "Anlageklasse" schon seit einigen Monaten spürbar abgenommen hat.

Viele Hoffnungen hatten sich auf die Zulassung von ETFs auf Kryptowährungen gegründet, die bisher allesamt zerschlagen wurden. Zuletzt hatte die amerikanische Aufsichtsbehörde SEC Ende August mehrere Fondskonzepte verworfen.

Käuferbasis geschrumpft

Der jüngste Preisrutsch wurde aber durch die Nachricht vom Mittwoch ausgelöst, dass die Investmentbank Goldman Sachs ihren Plan einer eigenen Handelsplattform für Kryptowährungen bis auf Weiteres auf Eis gelegt habe. Dieser eigene "Kryptodesk" wäre ein weiterer Schritt der jungen Digitalwährungen in Richtung Mainstream gewesen.

Mit dem geschrumpften Interesse scheint den Kryptowährungen aber derzeit eine breite Käuferbasis zu fehlen, die Kurseinbrüche früher und wirksamer eindämmen könnte.

la/dpa