Ethereum

Bitcoin fällt, Ethereum steigt Wachablösung am Kryptomarkt

Stand: 01.02.2018, 15:22 Uhr

Wieder einmal ist der Kurs des Bitcoin deutlich unter die Marke von 10.000 Dollar gefallen. Auch fast alle anderen Kryptowährungen geben am Donnerstag deutlich nach. Doch einen Gewinner in der Gunst der Investoren gibt es: Ethereum.

Um rund fast 50 Prozent ist die Nummer zwei der Branche im laufenden Jahr bereits gestiegen. Am Donnerstagnachmittag werden an den diversen Handelsplätzen rund 1.130 Dollar für eine Einheit Ethereum bezahlt. Auch an einem schlechten Tag für den gesamten Krypto-Markt hat der Wert damit um 3,5 Prozent zugelegt. Dagegen zeigt der Chart des Platzhirschs Bitcoin seit einigen Tagen wieder steil bergab: Am Donnerstag erreichte der Kurs des Bitcoin zunächst noch einmal 10.300 Dollar, bevor es dann rasant auch bis zu 9.080 Dollar bergab ging. Zurzeit wird die Kryptowährung zu rund 9.240 Dollar gehandelt.

Kräfteverschiebung im Gesamtmarkt

Ein Blick auf den Marktwert der bedeutendsten Kryptowährungen macht klar, dass es zwischen Bitcoin und Ethereum tatsächlich bald zu einem Wechsel kommen könnte. Während Bitcoin noch auf eine Gesamtkapitalisierung von 156 Milliarden Dollar kommt, sind es bei Ethereum bereits 111 Milliarden Dollar. Noch vor wenigen Monaten machte der Bitcoin als "Leitwährung" der Szene rund zwei Drittel der gesamten Marktmacht in der Branche aus. Inzwischen ist es nurmehr rund ein Drittel.

Nach dem Kursverfall vieler Cyber-Währungen umfasst der Markt laut der Plattform "Coinmarketcap" derzeit mit 470 Milliarden Dollar wieder klar weniger als eine halbe Billion Dollar - das Wachstum des Krypto-Universums scheint erst einmal gestoppt zu sein.

Technik wird angepasst, Investoren horchen auf

Für die steigende Popularität von Ethereum gibt es mehrere Gründe. Eine Reihe von praktischen Anwendungen renommierter Unternehmen basiert auf der Ethereum-Blockchain. So hatten mehrere Investmentbanken - unter anderen die Schweizer UBS und die US-Größe JPMorgan - bereits vor Monaten bekanntgegeben, eine Interbanken-Lösung auf Blockchain-Basis schaffen zu wollen.

Technisch scheint Ethereum die Probleme des Bitcoins wie hohe Transaktionszeiten und hohe Kosten umgehen zu können. Die Ethereum-Blockchain soll in kleinere, überschaubarere Teile, so genannte "Shards" aufgespalten werden, die über Knotenpunkte mit der Hauptblockchain Informationen austauschen. Die Aufspaltung, auch als "Sharding" bekannt, soll die Durchführung von Ethereum-Transaktionen deutlich beschleunigen und zudem die Kosten deutlich drücken.

Nicht zuletzt scheinen sich großere Investoren stärker für die Nummer zwei im Kryptomarkt zu interessieren als für den (Noch-)Marktführer: So will der kanadische Pensionsfonds OMERS mit einer Firma namens "Ethereum Capital", die auf Ethereum fokussiert ist, 50 Millionen Dollar einsammeln. Nach der Übernahme soll aus dem Unternehmen eine Aktiengesellschaft werden und sich künftig weiter auf die Weiterentwicklung von Ethereum-basierten Geschäftsfeldern fokussieren. Die Weichen im Kryptomarkt werden, so scheint es, neu gestellt.

AB