Ethereum

Ethereum muss Hard Fork abblasen Schock in der Krypto-Welt

Stand: 18.01.2019, 10:59 Uhr

Es sollte eine wesentliche Verbesserung des Netzwerks der drittgrößten Kryptowährung sein. Um den Hard Fork von Ethereum bildete sich ein regelrechter Hype. Sicherheitsbedenken durchkreuzten nun aber den Plan. Der Kurs rutschte daraufhin ab.

Angreifer hätten offenbar die Möglichkeit gehabt, den Nutzern Geld in Form von Coins zu stehlen. Als Reaktion auf diese potenzielle Sicherheitslücke haben die Entwickler von Ethereum das lang erwartete Upgrade Constantinople verschoben - nur wenige Stunden vor der geplanten Einführung. Die Krypto-Community muss sich auf unbestimmte Zeit gedulden.

"Sicherheitsforscher wie ChainSecurity und TrailOfBits haben eine Analyse der gesamten Blockchain durchgeführt. Sie fanden noch keine konkreten Ausnutzungen dieser Anfälligkeit in der Blockchain. Es besteht jedoch immer noch das Risiko, dass einige Smart Contracts betroffen sind", schrieben die Ethereum-Entwickler in einer Stellungnahme.

Smart Contracts sind intelligente Verträge zwischen zwei Parteien in der Blockchain, die automatisch ausgelöst werden, wenn alle Bestandteile des Vertrags erfüllt sind. Damit bilden sie eines der wichtigsten Anwendungsfelder der Blockchain.

Hard Fork soll Kosten senken

Der von den Krypto-Fans lang ersehnte Hard Fork soll eine Menge Veränderungen mit sich bringen, allerdings zu keiner Währungsspaltung führen. Er ist lediglich ein Upgrade wie zum Beispiel bei Microsoft Word. Der neue Strang soll zum einen geringere Rechen- und Zeitkosten bei der Verifizierung eines Smart Contracts ermöglichen.

Was ist ein Hard Fork?

Bei einem Hard Fork wird die Blockchain-Datenbank ab einem Stichtag in zwei unabhängigen Strängen weitergeführt. Aus Bitcoin gingen etwa Bitcoin Cash und Bitcoin Gold hervor. Auch diese Aufspaltungen wurden von Kursturbulenzen begleitet.

Neben der Vorbereitung des Netzwerks zur besseren Skalierbarkeit für den Mainstream-Einsatz reduziert die Hard Fork außerdem die Miner-Belohnung für Ethereum-Blöcke dauerhaft um 33 Prozent von drei Ether auf zwei Ether. Ether ist die Währung auf der Plattform Ethereum.

Kryptobörsen und Miner müssen auf Notfallsoftware aktualisieren

Das Upgrade betrifft vor allem Ethereum-Miner, Exchanges, Wallet-Anbieter und Node-Betreiber wie Kryptobörsen, zum Beispiel Coinbase. Diese sollten daher ein Upgrade auf eine Notfall-Softwareversion durchführen oder ältere Versionen verwenden, um eine Trennung vom Netzwerk zu vermeiden.

Die meisten User müssen allerdings nichts unternehmen, das Ethereum in ihren Wallets sei sicher, sagen die Entwickler.

Neuigkeit sorgt für Preisschwankungen

Das abgesagte Constantinople-Upgrade sorgte kurzfristig für stärkere Preisschwankungen von Ether, die im Ranking der größten Kryptowährungen nun auf Platz drei hinter XRP und Bitcoin liegt.

Der Kurs fiel von knapp 130 auf zuletzt 122 US-Dollar und verlor somit zeitweise um etwa fünf Prozent an Wert.

tb

Andreas Braun auf der
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