Bitcoinregen

Geschichten, die das Leben schreibt Raus aus der Bank, ran an die Krypto-Börse

Stand: 05.06.2018, 11:56 Uhr

Die Goldgräberstimmung rund um Kryptowährungen wie Bitcoin oder Ether hat einige Leute so reich gemacht, dass es sich für sie nicht einmal mehr lohnte, in der Goldgrube Bank zu arbeiten. Reiche junge Männer kündigten, um superreich zu werden.

Manchmal liest man rührende Geschichten von Fondsmanagern, Bankern und Investmentbankern: Es kommt mitunter vor, dass einige die Jagd nach Geld und den stressigen Job satt haben und kündigen, um sich auf die Suche nach einer sinnvollen Beschäftigung zu machen – oder einfach um zu tun, was ihnen Spaß macht. Hinreichend Startkapital für eine zweite Karriere kann man ja leicht verdienen.

In Frankfurt eröffnete beispielsweise vor Jahren ein Investmentbanker eine Würstchenbude. Einige möchten der Welt vielleicht auf andere Weise etwas zurückgeben und arbeiten anschließend bei einer Hilfsorganisation für die Dritte Welt. Wieder andere gehen segeln oder spielen Golf. Aber es kommt auch vor, dass Banker ihren sehr lukrativen Job hinschmeißen, um sich einen äußerst lukrativen Job zu suchen.

Der Job machte keinen Sinn mehr

In Boomzeiten ließ sich mit Kryptowährungen wie Bitcoin oder Ether rasant ein Vermögen verdienen – wenn man Glück hatte und die Gelegenheiten, die sich boten, konsequent nutzte. Der Nachrichtendienst Bloomberg hat jüngst junge Männer aus der Finanzbranche vorgestellt, die solche Gelegenheiten ergriffen haben und den Job wechselten.  

Wir lernen einen jungen Mann kennen, Adrian Xinli Zhang, der die Deutsche Bank im März verlassen haben soll, weil er in seiner Freizeit genügend Geld mit Krypto-Währungen verdient habe. Asim Ahmad verließ den Vermögensverwalter Blackrock, weil er mit Spekulationen mit der Kryptowährung Ether riesige Gewinne machte.

Er sei in einer Position, in der er keinen Sinn mehr mache, weiter für Blackrock zu arbeiten, zitiert ihn Bloomberg. Allein die tägliche Volatilität seines Portfolios übersteige sein Gehalt, so Ahmad.

Die Euphorie lässt nach

Im jungen, unreifen und schwer durchschaubaren Markt für Kryptowährungen voll wilder Volatilität und teilweise ungebremsten Optimismus auf Seiten vieler Anleger mag es Zeiten gegeben haben, in denen die Gewinne praktisch auf der Straße lagen. Zuletzt ist die Euphorie jedoch ziemlich zurückgegangen, obwohl noch immer viele Experten die Grundidee für zukunftsträchtig halten.

boerse.ARD.de hat die Entwicklung von Beginn an intensiv verfolgt. Erst vor wenigen Wochen hatte die Investmentbank Goldman Sachs angekündigt, bald in den Handel mit Krypto-Derivaten einzusteigen.

Viele Fachleute und Banken haben regelmäßig vor Digitalwährungen als bloßen Spekulationsobjekten gewarnt und die Bildung einer Blase prognostiziert. Auch Fed und EZB sehen das Phänomen sehr kritisch.

ts

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Was die Bitcoin-Kritiker sagen Alles nur ein Hype?

Goldman-Sachs-Chef Lloyd Blankfein

Lloyd Blankfein
Goldman-Sachs-Chef Blankfein hält den Bitcoin nur für eine Blase. Das sagte er im September gegenüber dem Nachrichtensender "CNBC". Doch er gab zu: Mit so mancher Einschätzungen in der Vergangenheit lag er falsch. Blankfein vergleicht den Bitcoin mit der Entwicklung vom Zahlungsmittel Gold zum Papiergeld: Damals seien sicher auch nicht alle überzeugt gewesen. Nach dem Schritt vom Hartgeld zum Fiatgeld seien digitale Währungen eine "natürliche Entwicklung". Zwar hat er noch nicht investiert – abgeneigt ist er aber keineswegs. Angeblich plant Goldman Sachs eine eigene Trading-Plattform, auf der der Handel von Bitcoin und anderen Kryptowährungen möglich wäre.