Bitcoin

"Halving" steht bevor Neue Bitcoin-Rally voraus?

Stand: 05.05.2020, 12:01 Uhr

Anhänger der Kryptowährung schauen gebannt auf den 12. Mai. Dann steht die nächste "Verknappung" des Bitcoins an. Sie könnte zu einer neuen Preisexplosion führen - oder auch nicht.

Nach vier Jahren ist es wieder soweit: Für den 12. Mai ist das dritte "Halving" bei der wichtigsten Kryptowährung, dem Bitcoin, angesetzt. Dann wird die "Belohnung" (Reward) für das Schürfen eines Bitcoin-Blocks halbiert. Diese Belohnung, die die so genannten Miner für das Erschaffen der Bitcoins in aufwändigen Rechenprozessen erhalten, betrug vor dem ersten Halving 2012 noch 50 Bitcoin, nun erfolgt die dritte Halbierung von 12,5 auf 6,25 Bitcoin für jeden erschaffenen Block.

Die Menge an Bitcoin ist endlich

Eine solche Halbierung der Belohnung steht jeweils nach der Erschaffung von 210.000 Blöcken der Kunstwährung an. Das ist in der Struktur der Währung von ihrem "Erbauer" Satoshi Nakamoto vorgesehen. Durch die Verknappung soll der Bitcoin sich nicht zuletzt von den traditionellen Währungen absetzen, bei denen die Geldmenge durch Notenbanken beliebig ausgedehnt werden kann. Die Menge an Bitcoin ist zumindest in den derzeitigen Festlegungen endlich: Sie ist auf 21 Millionen Einheiten begrenzt. Damit soll auch eine Inflation wie bei den "Fiat-Währungen" ausgeschlossen werden.

Auf den Kurs des Bitcoin hatten die beiden ersten Halvings 2012 und 2016 im wahrsten Sinne des Wortes explosive Wirkung. Um mehrere Tausend Prozent kletterte der Preis für eine Einheit der Kryptowährung in den folgenden Jahren.

Halving-Effekt eingepreist?

Ob dieser Effekt auch in der kommenden Woche ansteht, darüber wird am Markt bereits seit Monaten kräftig spekuliert. Der Preis für den Bitcoin, aber auch viele andere Währungen ist in den vergangenen Monaten nach einem deutlichen Preisrutsch bereits deutlich gestiegen, derzeit kostet ein Bitcoin wieder rund 9.000 Dollar. Das ist allerdings nur knapp halb so viel wie die Höchstkurse, die im Dezember 2017 erreicht wurden, damals zog der Kurs auf rund 20.000 Dollar an.

Die Anhänger der Ansicht, dass die Kurse weiter steigen werden, haben allerdings auch einige Argumente für sich: Durch die Verknappung wird es für die Miner teurer, neue Bitcoins zu schürfen. Denn die immensen Rechenleistungen dafür verschlingen auch hohe Aufwendungen an Energie, sprich Strom. Der "innere" Wert eines Bitcoins steigt damit tendenziell.

Neuer sicherer Anlagehafen gesucht

Nicht zuletzt kann sich die Kryptowährung damit aber auch gegen die traditionellen Währungen wie Euro, Dollar oder Yen besser als Alternative etablieren. Denn während dort die Geldflut durch immer neue geldpolitische Maßnahmen anhält, macht die Verknappung des Bitcoin diesen als alternative Anlageklasse attraktiv. Einige Großinvestoren könnten damit nach dem Halving durchaus ihre Bestände weiter aufstocken, um einen weiteren "sicheren Hafen" am Finanzmarkt anzusteuern.

AB