Es geht abwärts bei Kryptowährungen

Prozentual zweistellige Kursverluste Kryptowährungen brechen weiter ein

Stand: 02.02.2018, 11:47 Uhr

Bitcoin und Co. haben erneut einen schlechten Tag erwischt. Die Kurse geben kräftig nach. Dabei ist der Bitcoin heute nur der Einäugige unter Blinden.

Die bekannteste Kryptowährung verliert rund 15 Prozent auf 8.205 Dollar an Wert. Im Vergleich zu den beiden nach Marktkapitalisierung wichtigsten Bitcoin-Konkurrenten Ethereum und Ripple ist das noch vergleichsweise wenig. Ethereum gibt um rund 23 Prozent auf 857 Dollar nach und Ripple sogar 31 Prozent auf 0,738 Dollar.

Allerdings hatte der Bitcoin in den vergangenen Wochen deutlich stärker als viele andere Kryptowährungen an Wert eingebüßt. Lag der Anteil des Bitcoins an der weltweiten Marktkapitalisierung dieser Währungen im Dezember noch bei mehr als 60 Prozent, beträgt er derzeit weniger als 40 Prozent.

Indien bremst

Die Rückschläge gehen mit einem ganzen Strauß von Nachrichten einher, die nicht unbedingt zum Kaufen einladen. Indien will Kryptowährungen für Bezahlvorgänge oder andere Transaktionen verbieten, wie Finanzminister Arun Jaitley gestern ankündigte. Investitionen in Cyber-Devisen sollen für Anleger aber nach wie vor möglich sein.

Japan kontrolliert

Die japanische Finanzaufsicht hat der von Hackern angegriffenen Kryptobörse Coincheck heute einen Kontrollbesuch abgestattet. Die Behörden versuchten herauszufinden, wie Hacker Cyber-Geld im Wert von 530 Millionen Dollar von der in Tokio ansässigen Handelsplattform hatten stehlen können, sagte Finanzminister Taro Aso vor Journalisten. Die Inspektion diene dem Schutz der Nutzer.

Enel dreht den Strom ab

Der größte europäische Energiekonzern Enel hat kein Interesse daran, Strom für die Produktion von Kryptowährungen zu liefern. Das Bereitstellen von Strom für die Produktion dieser Währungen, das sogenannte Mining, passe aber nicht in die Geschäftsstrategie von Enel.

Um Bitcoins herzustellen ist es notwendig, dass Hochleistungscomputer den ganzen Tag lang komplexe Algorithmen berechnen. Dabei werden gigantische Strommengen verbraucht. Würde der Stromverbrauch für die Bitcoin-Produktion ungebremst weiter wachsen, würde dafür laut Schätzungen im Jahr 2020 mehr Strom aufgewendet werden, als derzeit die ganze Welt verbraucht.

ME