Eine Hand hält eine Bitcoin Münze

10.000-Dollar-Marke in Sicht Kryptos erleben zweiten Frühling

Stand: 07.05.2018, 14:06 Uhr

Die erste große Bank der Wall Street wagt es: Goldman Sachs will schon bald den Handel mit Krypto-Derivaten starten. Unterdessen stiegen die Kurse von Bitcoin und Co. zuletzt. Geht es wieder aufwärts?

Kryptohandel an der Wall Street – was vor einigen Jahren noch undenkbar war, wird nun Realität: Die Zustimmung der Regulierungsbehörden vorausgesetzt, können Kunden bei Goldman Sachs in ein paar Wochen Derivate auf den Bitcoin handeln. Außerdem will die Bank noch eine weitere, eigene Version eines Futures anbieten. Ein direkter Bitcoin-Handel ist anfangs nicht geplant.

Goldman Sachs als Vorreiter

Goldman-Sachs-Chef Lloyd Blankfein

Goldman-Sachs-Chef Lloyd Blankfein. | Bildquelle: picture alliance/AA, Montage: boerse.ARD.de

In den vergangenen zwei Jahren sei die Nachfrage von Hedgefonds und Investoren nach Investitionsmöglichkeiten deutlich gestiegen. "Kunden wollen Bitcoin als Wertanlage halten, ähnlich wie Gold", sagt Rana Yared, Managerin der zuständigen Abteilung bei Goldman Sachs. Bereits im vergangenen Oktober hatte Goldman Sachs-Chef Lloyd Blankfein angekündigt, die Investmentbank prüfe einen Einstieg ins Krypto-Geschäft.

Im März hatte Goldman Sachs jedoch noch vor einem Bitcoin-Crash gewarnt. Gegenüber der "New York Times" betonte Yared wohl deshalb so deutlich, die Bank sei sich des Risikos bei Kryptowährungen bewusst.

Frühling beflügelt Kryptowährungen

Mit der Entscheidung für den Krypto-Handel ist Goldman Sachs nicht allein: Laut einer aktuellen Umfrage der Nachrichtenagentur Reuters mit über 400 Unternehmen plant ein Fünftel den Einstieg in den nächsten drei bis zwölf Monaten.

Am Kryptomarkt könnte das künftig für neues Vertrauen sorgen – zur rechten Zeit: Noch im Februar gingen die Kurse von Bitcoin und Co. auf Talfahrt. Der Bitcoin verlor in der Zeit rund 5.000 Dollar. Anfang April notierte er bei knapp über 6.600 Dollar. Grund dafür waren unter anderem die weltweiten Pläne zu Regulierungsmaßnahmen.

Geht da wieder mehr?

Seit Mitte April scheint die Kryptowelt wieder aufzuleben: Der Bitcoin stieg in diesem Zeitraum um rund 40 Prozent – und kratzt seit einigen Tagen wieder an der 10.000 Dollar-Marke. Am Montagmorgen notierte er bei rund 9.300 Dollar.

So mancher Anleger dürfte seinen Blick aktuell auf Bitcoin Cash richten: Am 15. Mai ist ein Hard Fork der Kryptowährung geplant. Allein im letzten Monat verbuchte Bitcoin Cash ein Plus von fast 160 Prozent. Am Montagmittag lag der Kurs bei 1.300 Dollar. Der heutige leichte Rückgang dürfte auch etwas mit der erneuten Warnung von Starinvestor Warren Buffett zu tun haben.

Regulierungen lauern

Ein rosiger Monat liegt außerdem hinter Ripple mit einem Plus von über 70 Prozent und Ethereum mit einem Plus von fast 100 Prozent. Am Montag verzeichneten die beiden Kryptowährungen jedoch Verluste. Außerdem sind gerade diese beiden angesichts der Regulierungsmaßnahmen in den Fokus gerückt.

Der ehemalige Chef der Aufsichtsbehörde CFTC Gary Gensler sagte gegenüber der "New York Times", Coins und Tokens, die von einem Unternehmen ausgegeben werden, seien Wertpapiere wie Aktien von Unternehmen. Er fordert daher härtere Regulierungen für ICOs und Kryptowährungen wie Ripple und Ethereum. Seit Längerem prüfen CFTC und die Aufsichtsbehörde SEC digitale Währungen bezüglich ihrer Klassifizierung.

jz