Kryptowährungen

Denn sie wissen nicht, was sie tun Männlich, jung, risikobereit - sucht Bitcoin

Stand: 13.02.2018, 17:10 Uhr

Der typische Krypto-Anleger ist jung und männlich. Einige scheuen dabei kein Risiko und kaufen Kryptowährungen auf Pump. Das sagt zumindest die neuste Umfrage von Coindesk.

Männlich und zwischen 26 und 35 Jahre alt – so lässt sich der durchschnittliche Anleger beschreiben, der im vergangenen Jahr vom Krypto-Boom angelockt wurde. Das zeigt zumindest die neuste Umfrage von Coindesk.

Über die Umfrage

Die Umfrage führt die Nachrichten-Website "Coindesk" quartalsweise unter ihren Lesern durch. Davon stammen rund 46 Prozent aus den USA und 36 Prozent aus Europa. Der große asiatische Kryptomarkt ist kaum vertreten. Daher deckt die Umfrage auch nur einen Teil der gesamten Krypto-Szene ab.

Von den 3.000 befragten Lesern gaben über 60 Prozent an, erst im vergangenen Jahr in die Krypto-Szene eingestiegen zu sein - rund 92 Prozent kauften dann auch direkt Kryptowährungen. Vor allem junge Männer scheinen von der Welt um Bitcoin und Co. begeistern zu sein: Die meisten der Befragten waren zwischen 25 und 35 Jahre alt - und zu 97 Prozent männlich.

18 Prozent kaufen auf Pump

Wer investiert, der investiert so einiges: Die meisten legen zwischen 10.000 bis 50.000 Dollar an und splitten die Summe in mehr als drei digitale Assets auf.

Das Geld stammt dabei nicht immer aus der eigenen Tasche: 18 Prozent haben sich für ihre Investments zunächst verschuldet. Doch immerhin die Hälfte davon gab an, den Kredit bereits beglichen zu haben.

Keine Angst vorm Risiko

ICO

ICO. | Bildquelle: colourbox.de, Montage: boerse.ARD.de

Außerdem wird das Geld nicht nur in die großen Namen wie Bitcoin oder Ethereum gesteckt – auch die umstrittenen ICOs erlebten 2017 einen regelrechten Boom. Insgesamt kamen 5,68 Milliarden Dollar über ICOs zusammen – davon 3,23 Milliarden Dollar allein im vierten Quartal, so Coindesk.

Zwar lehnen fast die Hälfte der Coindesk-Lesern Investitionen in ICOs ab – doch andererseits habe auch schon jeder Dritte die neue Finanzierungsmethode unterstützt. Davon lesen jedoch nur rund 63 Prozent tatsächlich die "White Papers" über die Funktionsweise der ICOs oder Tokens, bevor sie investieren. Die meisten vertrauen ganz den Nachrichten auf Branchen-Webseite wie "Coindesk" oder der deutschsprachigen Plattform "BTC-Echo".

Selbst Krypto-Fans sind skeptisch

Bitcoin in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Crypto Currencies für den Zeitraum Intraday
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Während der Bitcoin aktuell bei rund 8.600 Dollar notiert, bleiben die Krypto-Fans weiterhin gelassen. Sie trauen den digitalen Währungen für 2018 so einiges zu: Mehr als die Hälfte glauben an einen deutlichen Preisanstieg der Kryptowährungen in diesem Jahr. Außerdem gehen die meisten davon aus, dass noch in diesem Jahr der erste ETF für digitale Assets starten wird. Mehr als die Hälfte der Befragten bescheinigen den Zentralbanken Interesse am Bitcoin.

Doch selbst bei den Krypto-Enthusiasten scheint langsam Skepsis aufzukommen: Während im dritten Quartal noch jeder zweite überzeugt war, dass Bitcoin und Co. keine Spekulationsblase seien, wechselte die Stimmung im vierten Quartal: Gut die Hälfte der Befragten sieht den Kryptomarkt mittlerweile in einer Blase.

jz

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Goldman-Sachs-Chef Lloyd Blankfein

Lloyd Blankfein
Goldman-Sachs-Chef Blankfein hält den Bitcoin nur für eine Blase. Das sagte er im September gegenüber dem Nachrichtensender "CNBC". Doch er gab zu: Mit so mancher Einschätzungen in der Vergangenheit lag er falsch. Blankfein vergleicht den Bitcoin mit der Entwicklung vom Zahlungsmittel Gold zum Papiergeld: Damals seien sicher auch nicht alle überzeugt gewesen. Nach dem Schritt vom Hartgeld zum Fiatgeld seien digitale Währungen eine "natürliche Entwicklung". Zwar hat er noch nicht investiert – abgeneigt ist er aber keineswegs. Angeblich plant Goldman Sachs eine eigene Trading-Plattform, auf der der Handel von Bitcoin und anderen Kryptowährungen möglich wäre.