Bitcoin-Absturz

Massive Marktbereinigung im vergangenen Jahr Kryptowährungen: Nur ein Siebtel hat überlebt

Stand: 22.01.2019, 11:59 Uhr

Krypto-Anleger haben derzeit nicht viel zu lachen. 2018 war ein rabenschwarzes Jahr für digitale Währungen. Wie das Wirtschaftsmagazin "Capital" berichtet, sind lediglich 300 von über 2.000 übriggeblieben. Der Rest ist faktisch tot. Für die Blockchain-Technologie ist das aber vielleicht gar nicht so schlecht.

Bitcoin in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum 1 Jahr
Kurs
9.971,75
Differenz relativ
-2,83%

2018 taumelte die bekannteste und wichtigste Kryptowährung Bitcoin von Crash zu Crash. Der Kurs fiel von 20.000 Dollar im Dezember 2017 auf 3.195 Dollar im gleichen Monat 2018. Allein im November verlor er über 40 Prozent an Wert. Einige Starinvestoren und andere Kritiker konnten sich bestätigt fühlen: Die Bitcoin-Blase war scheinbar geplatzt.

Wegen fehlender Regulierungen und Hackerangriffen nahmen viele Anleger Reißaus. Auch börsengehandelte Indexfonds (ETF) auf Bitcoin ließen weiter auf sich warten. Als akuten Auslöser sahen die meisten Beteiligten allerdings die Spaltung der Schwesterwährung Bitcoin Cash, die zu zu einem regelrechten "Bürgerkrieg" in der Krypto-Community führte.

Comeback bleibt trotz Weihnachtsrally aus

Nach einer kurzen Weihnachtsrally im Kleinformat mit einem Kurssprung von fast 30 Prozent innerhalb einer Woche und dem Sprung über die 4.000-Dollar-Hürde, einem angeblichen Ausrufezeichen für die Zukunft, stürzte der Kurs vor zwei Wochen wieder klar unter die technisch wichtige Marke.

Die europäische Bankaufsichtsbehörde EBA forderte EU-weite Vorschriften für Kryptowährungen. Während eine Regulierung an sich mehr Transparenz und damit bessere Investierbarkeit bedeutet, sorgen sich die Krypto-Anleger kurzfristig um mögliche Verbote oder Handelseinschränkungen. Aktuell steht der Bitcoin bei rund 3.525 Dollar.

Nur 300 Währungen bleiben über

Parallel zum Crash der wichtigsten Digitalwährung hat im vergangenen Jahr eine massive Marktbereinigung unter allen Kryptowährungen stattgefunden. Wie das Wirtschaftsmagazin "Capital" berichtet, waren etwa 1.800 der insgesamt mehr als 2.100 Währungen Anfang 2019 faktisch tot - nur bei den restlichen 300 gab es noch einen Preis sowie wenigstens rudimentäres Marktgeschehen. Damit hat nur ein Siebtel das vergangene Jahr überlebt. Das hat eine Auswertung der Blockchain-Analysefirma Immutable Insight für "Capital" ergeben.

Anfang Januar 2018 war die Marktkapitalisierung aller Kryptowährungen auf einen Höchststand von 833 Milliarden Dollar geklettert. Ein Jahr später ist der Wert aller Coins laut "Capital" auf nur noch 120 Milliarden Dollar abgesackt.

Blockchain-Technologie für echte Anwendungen genutzt

"Nach dem Goldrausch 2017 hat sich der Markt konsolidiert", so Katharina Gehra, Geschäftsführerin von Immutable Insight. Das sei jedoch "entscheidend, damit sich der Markt auf die Anwendungsfälle von Blockchain konzentriert, die wirklich Sinn machen".

Dass die Blockchain-Technologie zunehmend für echte Anwendungen und weniger für reine Spekulationsgeschäfte genutzt wird, zeigt sich an der zweitwichtigsten Kryptowährung Ethereum. Nach Angaben von Immutable Insight stammten 2018 schon 58 Prozent aller Transaktionen auf der Ethereum-Blockchain aus Smart Contracts. 2017 waren es nur 37 Prozent.

Diesen automatisierten Verträgen wird großes Potenzial bescheinigt. Verfechter der Blockchain-Technologie hoffen, dass sie einmal Notare oder Banken überflüssig machen können.

tb